Schlafende Tiere, Teil 2
- am 07.08.09
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Heute: ein Hamster.
Manch einer mag wissen, dass ich großer Freund sinnloser Erfindungen bin. Der bisherige Höhepunkt dieses Genres ist wohl die folgende kleine Maschine, die ich mir umgehend zulegen würde:
Endlich mal wieder ein kleines Lebenszeichen von mir. Falls ihr euch fragt, was gerade so los ist — die Antwort kann nur lauten: so einiges. Ich bin nun endlich mit Natalie in eine prima und angenehm große Wohnung umgezogen, von deren Balkon ich euch gerade schreibe, dann habe ich mich mehr oder weniger Hals über Kopf selbständig gemacht (siehe www.stefangubatz.de) und zu guter Letzt bin ich gerade fast in so etwas wie eine Popstar-Position reingerutscht, dazu aber demnächst mehr…
Auf jeden Fall: es geht mir gut, es ging mir sogar schon lange nicht mehr so gut wie heute und demnächst gibts hier dann auch wieder etwas mehr zu lesen.
Feini? Feini!
Bis später!
Es folgt das wohl beknackteste Video der letzten Zeit. Ein Hund schläft zunächst sehr ruhig, träumt dann, er würde laufen und fängt dann an… öhm… schlafzuwandeln.
Herrlich. Ich habe gerade endlich meinen berühmten Stift auf der Arbeit fallen lassen, um nun, nach ewiger, langer Arbeit, endgültig meinen Resturlaub anzutreten. Was ganz praktisch ist, denn ich bin ab 1.5. nicht mehr fest bei der RL angestellt, habe aber immer noch Urlaub zum Abwinken. (Ach ja, und nur falls ihr fragt: danach mach ich das Heft trotzdem weiter, bin dann aber endlich popendlich mein eigener Chef. Dazu aber vielleicht demnächst mehr.)
Jedenfalls: was macht man zuerst, wenn man endlich popendlich Urlaub hat? Klar, man googelt endlich mal wieder seinen eigenen Namen. Und was ich heute gefunden habe, hat mich tatsächlich ein bisschen begeistert, denn ganz im Gegensatz zum Internet vergesse ich sehr wohl die ein oder anderen Dinge. Wie zum Beispiel den Lyrikwettbewerb, den ich 2002 mit bzw. gegen meinen Ex-Schulkumpan Schulle bestritt. Ausrichter dieses Wettbewerbs war natürlich mal wieder Thomas “Han” Tolo Tolosen. Wer letztendlich gewonnen hat, weiß ich gar nicht mehr (klar, ich wusste ja nicht mal mehr, dass es diesen Wettbewerb überhaupt gab), dennoch will ich euch an dieser Stelle noch mal beide Beiträge präsentieren.
Schulle:
EISBLUME
von Martin J. SchultzDer Nebel zieht langsam auf
schnell bildet sich eine Wand
Vom Osten zog es herauf
zieht noch weiter durch das LandNebel friert an den Scheiben fest
Blumen am Fenster sprießen,
keine die sich pflücken läßt
oder man braucht zu gießen.Sie steht in der Dunkelheit
Einzigartig, wunderschön
Aus weißen Eis ist ihr Kleid
Kann auch kein Schneider nähen.Morgen ist sie leider weg
läßt mich zurück alleine.
Trauern hat da keinen Zweck
Wärme verträgt sie keine.
Ich:
Die interessanten Abenteuer von Herrn Kumquat
von Stefan Gubatz
Kapitel 1: Herr Kumquat drückt auf die Tube, räumt aber den Schnee nicht weg.Als man von Herrn Kumquat das erste Mal hörte, war er schon ein wenig älter.
31 (*) dürfte er auf jeden Fall schon gewesen sein.
Wie man von seinen Kollegen erfuhr, war Herr Kumquat ein sehr ordentlicher Mensch. Er leerte täglich seine Mülleimer, ging jeden Monat zum Friseur und sogar seine Oberhemden sortierte er nach der Farbe.Herr Kumquat wohnte alleine in einem Mehrfamilienhaus im schönen Husum an der Nordsee. Das heißt, er wohnte natürlich nicht alleine im Mehrfamilienhaus, lediglich in seiner Wohnung wohnte er alleine.
Seine Nachbarin, Frau Kartoffelbrei, eine noch ältere Dame so um die 45, hatte vor einigen Jahren ihren Mann aus der Wohnung geschmissen, als sie ihn eines Nachmittags beim Knutschen mit der im Haus ebenfalls wohnenden, aber sehr viel jüngeren und attraktiveren Claudia erwischte.
Wie eigentlich jeder im Haus war auch Herr Kumquat der Meinung, das wäre das beste gewesen, was Herrn Kartoffelbrei passieren konnte. Seine Frau war nämlich eine ziemliche Hexe.
Als seine Frau ihn vor die Tür setzte, machte es sich Herr Kartoffelbrei ganz einfach und zog zu der attraktiven Claudia eine Etage tiefer. Zu seiner Freude waren die Wände im Haus auch so dünn, daß Frau Kartoffelbrei genau mitbekam, wann er und die attraktive Claudia sich im Schlafzimmer vergnügten.
Herr Kumquat interessierte das aber gar nicht. Vielmehr war er am geregelten Gang seines Lebens interessiert.Morgens um halb sieben ließ er sich von seinem Wecker wecken, ging dann in die Küche, setzte sich einen Kaffee auf, ging dann ins Bad um seine Morgentoilette zu verrichten und als er fertig war, war sein Kaffee das auch. Nämlich fertig.
Er goss sich seinen Becher voll, einen kleinen Schuss Milch dazu, kurz umgerührt – lecker.
Mit dem Becher in der Hand schaute er sich in seiner Wohnung um. Er mochte seine Einrichtung. Der große Ohrensessel, die Kompakt-Anlage von Lifetec auf dem Regal und auch die Setzkästen an der Wand gefielen ihm gut.
Herr Kumquat nahm noch einen Schluck und zog sich dann seine Schuhe an.
Unnötig zu erwähnen, daß diese blitzeblank waren.Wenige Augenblicke später stand Herr Kumquat schon in der Tiefgarage vor seinem relativ neuen Audi TT, der natürlich auch ein NF-TT-Nummernschild hatte.
Klar, wenn man sich einmal in seinem Leben schon was gönnt, dann aber auch richtig, dachte sich Herr Kumquat.
Als er aus der Garage fuhr, sah er, daß es über Nacht geschneit hatte. Doch das ließ Herrn Kumquat verhältnismäßig kalt.
Er ließ den Motor aufheulen und bog in die Hauptstraße ein.Kurz bevor die Geschichte weitergeht, noch kurz ein paar Zeilen über die aktuellen Umstände in Husum:
Husums neuer Bürgermeister, Herr Matthias Nowack, der bisher noch nicht mit bemerkenswerten Aktionen von sich reden machen konnte, und von dem die Opposition aus den Reihen der CDU und FDP “etwas mehr Innovation” gefordert hatte, griff gerade bei der Verkehrspolitik diese Forderung auf und hob die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h auf und setzte ein neues Tempolimit von 120 km/h innerorts. Lediglich auf der Flensburger Chaussee musste man 30 fahren, um die dort marschierenden Soldaten nicht zu irritieren.
Da sich Herr Kumquat aber gerade nicht auf ebendieser Straße befand, bretterte er richtig los. Die neue Geschwindigkeitsbegrenzung war erst vor ein paar Tagen beschlossen worden und heute war der erste Tag, an dem diese Regelung in Kraft war.Anfangs noch vorsichtig, versuchte Herr Kumquat erstmal konstant 60 zu fahren. Doch als die nachfolgenden Autos wie wild hupten, drückte Herr Kumquat nach einiger Zeit dann doch aufs Gaspedal.
Animiert durch den bekannten Song “Born to be wild” den Welle Nord ja bekanntlich jeden Morgen spielt, raste Herr Kumquat immer schneller durch Husums Straßen.
Nach kurzer Zeit hatte sich Herr Kumquat selbst in einen Rausch versetzt, bei dem ihm die Endorphine nur so um die Ohren ballerten.
Wie gerne hätte Herr Kumquat den Rest des Tages damit verbracht, durch Husums Straßen zu rasen doch leider hatte er schon das Ziel seiner Fahrt, nämlich seine Firma erreicht.Herr Kumquat arbeitete in einer Firma, die diverse Sachen herstellte. Was genau, wusste Herr Kumquat auch nicht, aber das war ja auch nur nebensächlich – in der Buchhaltung, wo er die letzten 8 Jahre gearbeitet hatte, interessierten die Produkte der Firma auch nur am Rande. Herr Kumquat vermutete aber, es hatte irgendwas mit Wackelpudding zu tun.
Als Herr Kumquat, immer noch total berauscht aus seinem Auto stieg, wartete sein Chef schon auf ihn. Mit einer Schneeschaufel in der Hand und einem gewohnt grimmigen Gesicht begrüßte er Herrn Kumquat nicht, sondern forderte ihn sofort auf, den Schnee vor der Tür umgehend zu entfernen.
Doch Herr Kumquat, durch die vielen Endorphine noch enorm übermütig, sagte ungefähr so etwas wie “schippen Sie den Schnee doch selber, Sie alter Despot!” zu seinem Chef.Dem gefiel diese Aussage gar nicht und bevor sich Herr Kumquat versah, feuerte ihn der Chef ohne mit der Wimper zu zucken.
Tja, so läuft das manchmal.Zuerst zwar etwas überrascht, dann aber voller Selbstvertrauen ließ es sich Herr Kumquat jetzt aber nicht nehmen, zum Abschied nochmal in das Büro des Chefs zu gehen und ihm gepflegt auf den Tisch zu scheißen.
Dann ging er wieder zu seinem Wagen und raste stolz nach Hause.Fortsetzung folgt [nicht – Anm. d. Verfassers, etwa 7 Jahre später].
(*) bis auf diese freundliche Anspielung hat Herr Kumquat übrigens nichts mit T. Lorenzen zu tun.
Ich hab langelangelange nicht mehr so über ein Plattencover gelacht, wie über das hier von der Formation “Moderat”:

Nach Jahren gerade eben endlich mal wieder gesehen – eines der besten Musikvideos überhaupt, weil gute Musik und fantastisches Video: Orbital – The Box