So goes it not

Eine herrliche Zusammenstellung aus verschiedenen Teleshop-Werbespots, wie man Dinge falsch macht, weswegen man unbedingt Produkt XY braucht.

Tanzstunde

Sachen gibts.

Momentan ist meine Laune grundsätzlich am Nullpunkt angelangt. In erster Linie hat dies mit meiner aktuell anstehenden Arbeit zu tun, die dazu führt, dass ich nicht nur am Wochenende, sondern auch wochentags auch mal bis 1.00 Uhr nachts arbeite, so vermutlich auch heute wieder. Über die Einzelheiten hülle ich an dieser Stelle mal den Mantel des Schweigens, Tatsache ist allerdings, dass ich gerade derartig über so manch Arbeitsplanung kotzen könnte, als gäbe es kein Morgen.

Deshalb schnell zum Thema. In einigen Monaten steht eine Veranstaltung ins Haus, bei der es im Allgemeinen von Vorteil ist, wenn man gewisse Standardtänze beherrscht. Walzer, Foxtrott, Cha-Cha (-Cha! Bei mir muss immer noch ein “Cha” ran!). Vor einiger Zeit wurde dieses Thema im engeren Freundeskreis diskutiert, dass man doch unbedingt mal einen Tanzkurs machen müsste, man wisse ja nie, wer einen auf besagter Veranstaltung zum Tanz auffordern würde und dann wäre es doch sehr peinlich, wenn man dann nur so tun kan als ob.

Die meisten männlichen Diskussionsteilnehmer fanden “nur so tun als ob” gar nicht weiter schlimm, doch als meine liebe Freundin – nennen wir sie einfach mal N – zum Geburtstag von versammelter Mannschaft einen Tanzkurs geschenkt bekam, gab es für uns Jungens, und da natürlich auch für mich, kein Zurück mehr.

Und heute war nun also die erste Tanzstunde. Wir erinnern uns: ich Ewigkeiten nicht ausreichend geschlafen, einen Hals von hier bis Hamburg und dann auch noch nicht mal frisch geduscht und rausgeputzt, weil direkt von der Arbeit eingetroffen. Als ich 14 war, war ich mit meinem damaligen besten Freund auch schon mal in der Tanzschule. Tanzschule Prinz in Husum. Wir beide, vermutlich aus Gruppenzwang hochmotiviert, ne flotte Sohle aufs Parkett zu legen. Doch was wir in der Eile vergessen hatten, war Tanzpartnerinnen mitzunehmen. Dementsprechend wies uns der Tanzlehrer ohne Umschweife zwei etwa zwölfjährige Mädchen zu, die nicht nur eineiige Zwillinge, sondern auch noch derartig tumb waren, dass ab diesem Moment die ganze Gelegenheit von vornherein zum Scheitern verurteilt war.

Eine weitere kleine Anekdote kommt gleich noch. Jetzt aber noch nicht gucken, sondern hier erst mal weiterlesen:

Zurück zur heutigen Tanzstunde. Etwa 20 Paare, altersmäßig gemischt von sagenwirmal knapp 30 bis fast 50 warten darauf, dass es losgeht. Wir Jungs eher mit Skepsis, die Mädels quietschten allerdings schon vor Freude. Und ich wie gesagt nicht geschlafen, grummelig und mit enormem Tunnelblick.

Und dann ging es also los. Unser Tanzlehrer, ein im besten Sinne sehr motivierter, freundlicher, aber auch dezent unaufdringlicher Herr in unserem Alter sowie seine Kollegin, eine eher stille und professionell wirkende Dame legten los. Langsaaaam. Tap-tap-klatsch. Tap-tap-klatsch-klatsch. Langsamer Walzer. Rumba. Wienerwalzer. Swing.

Und? Verdammte Axt, es hat wirklich Spaß gemacht und mir sowas von den Tag gerettet, so dass ich mich jetzt auch gar nicht mehr wirklich ärgere, dass ich hier wieder im Büro sitze. Ey! Ich! Walzer! Puhahaha! Krass. N meinte zwar zwischendurch, ich würde “wie eine Schachtel Cornflakes tanzen”, aber hey – ich tanze! Und hab Spaß! Toll. – Alle anderen mitgekommenen Jungs sehen das übrigens genauso. Und die Fraun natürlich sowieso. Klaro.

Bleibt noch die versprochene Anekdote von gerade eben. Zurück im Jahr 1994 (oder so). Ich also 14 Jahre alt mit seltsamer Tanzpartnerin in der Tanzschule Prinz. Heute zu lernen: Discofox! – Ich kann heute nicht behaupten, dass Discofox mein liebster Tanzstil wäre, ganz im Gegenteil: ich HASSE Discofox und alles, was dazugehört. Deutsche Bum-Bum-Schlagermusik, Ü-30-Partys, kreischende, wild geschminkte Frauen, Ballermann, Exzess, Vergiftung durch zu viel Spaß. Lediglich mit dem dazugehörigen Saufen kann ich mich gelegentlich anfreunden. Aber das nur am Rande.

Jedenfalls sollte ich in dieser Tanzschule bzw. kurz darauf den schwächsten Moment meines Lebens erfahren. Wir lernen also Discofox und ich komm mit den Schritten nicht hinterher. Wieso soll man bei einem geraden 4/4-Beat überhaupt eine ungeraden Tanzschritt tanzen? Das verstehe ich bis heute nicht. Trotzdem lag an dem Tag irgendetwas Magisches in der Luft. Und als dann der Tanzschul-DJ bzw. der Tanzlehrer das Musikstück wechselte, hatte ich einen geradezu spirituellen Moment. Und so fegte ich zu den Klängen von Captain Hollywood und seinem damaligen Superhit “More and More” übers Parkett, dass die anderen nur staunen konnten. Und was war das in diesem Moment doch für eine endgeile Musik! Und da! Der nächste Track! Haddaway! What Is Love! – Ich war wie in Trance. Und das meine ich wirklich so.

Nun sollte man denken, das wäre schon der angesprochene schwächste Moment gewesen, aber von wegen. Denn als die Tanzstunde dann vorbei war, fand ich mich auf meinem Fahrrad in Richtung Wandmaker (vielleicht vergleichbar mit einer verhältnismäßig kleinen real,– Filiale) wieder, um mir dort nicht nur die Haddaway-Maxi-CD, sondern auch gleich das komplette Captain Hollywood-Album zu kaufen. “Love is not Sex”! Aufgrund des Titels wurde ich an der Kasse sogar noch ein bisschen rot, aber als ich draußen war hatte ich mein Objekt der Begierde und wusste: ich würde großer Discofox-Tänzer werden. Oder aber großer Captain Hollywood-Fan.

Dem war natürlich nicht so. Die Haddaway-Single habe ich einmal gehört und mich zudem noch über die vollkommen redundanten Remixe (7″ Mix, 12″ Mix, Club Mix) geärgert und das Captain Hollywood-Album wurde ebenfalls nach zweimaligem Durchhören des Hits und dem einmaligen Durchskippen der anderen, bestenfalls als B-Seiten zu bezeichnenden Titel ins Regal gestellt. Knapp 30 Mark für Scheiße ausgegeben. Und dann auch noch gedacht, man wäre Discofox-König. Wie armselig.
Wo die beiden CDs heute sind, kann ich natürlich nicht mehr genau sagen. Ich vermute mal, ich hab sie irgendwann auf irgendnem Flohmarkt verkauft oder verschenkt oder sonst was. Trotzdem soll dieser Artikel nicht zu Ende gehen, ohne das damalige Video. Vielleicht motiviert das den ein oder anderen ja auch zu irgendwelchen Aktionen, zu denen er ein 16 Jahren mal einen Blogeintrag schreibt.

Toll.

Die Lost-Schauspieler sind alle gleich groß.

lost

Gefunden hier.

Und wieder da

schwein

Nachdem ich gedanklich mit dem Schweinkram seit einiger Zeit abgeschlossen hatte, ist vor ein paar Tagen – was etwa ein Dreivierteljahr nach dem letzten Eintrag ist – doch tatsächlich Folgendes passiert:

Freunde ziehen um. Ich trage also vollkommen unbedarft und mit Leichtigkeit die mittlerweile neunte Waschmaschine in den fünften Stock (*), da fragt mich doch ein weiterer Helfer, ob ich denn eigentlich noch meinen Blog schreiben würde. Ich stelle die Waschmaschine kurz ab (**), überlege (***) und sage dann: nein, das Thema hat sich mittlerweile überholt, ich finde Facebook ist eine ideale Sache, um all das, was man ins Internet so loswerden will, einfach mal loszuwerden. Und somit war in diesem Moment diese Angelegenheit für mich erledigt.

Über Nacht hat diese Aussage in meinem Unterbewusstsein allerdings irgendwie gearbeitet. Facebook… Internet… Wordpress… mal eben was sagen… Und als ich dann aufgewacht bin, wusste ich: der Schweinkram kommt zurück. Vielleicht liegt es daran, dass ich den Schweinkram eventuell sogar als eine Art halbes Lebenswerk sehe, ich schreibe ja schließlich schon seit 2003 mal mehr, mal weniger fleißig diesen Blog (wenn auch die ganz frühen und noch sehr sehr privaten Einträge mittlerweile an anderer Stelle archiviert und nicht mehr öffentlich sind). Dazu kommt, dass ich für ein bekanntes Magazin für elektronische Musik ja vor einiger Zeit eine Seite gebastelt habe, die nicht nur auf Wordpress läuft, sondern auch automatisch alle Artikel direkt bei Facebook und Twitter und wasweißichwonoch postet. Denn das Beste für einen Autoren, sei es ein – sagen wir mal: professioneller Redakteur, oder nur ein privater Blogger, ist doch: wenn möglichst viele Leute auf die Artikel reagieren und eine Diskussion dazu entsteht. Vor Facebook hat das beim Schweinkram sogar relativ gut geklappt. Zwischenzeitlich habe ich die Seite ja aber mitunter auch leider schleifen lassen so dass ich sie im letzten Juli quasi vollkommen ad acta gelegt habe.

Doch ganz ohne scheint es wohl aber auch nicht zu gehen. Seit einigen Wochen führe ich wieder einen tumblr-Blog, was prinzipiell eine tolle Sache ist, aber ich mir mittlerweile auch denke: warum nicht wieder das volle Programm? So freue ich mich nun also enorm, wieder zurück in der alten Umgebung – dem guten alten Schweinkram zu Hause zu sein. Und nun schaun wir mal, wie das hier so läuft.

Gut? Gut.

(*) ist natürlich gelogen
(**) auch gelogen
(***) gelogen

Ach ja: Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, wie ich das hier mit der Privatsphäre der hier auftauchenden und mit nahe stehenden Personen, Firmen und Bands handhaben werde. Ich glaube, vorerst lass ich die Namen einfach mal weg, ich denke, wer mich kennt (und für solche Leute ist der Schweinkram ja auch eigentlich gedacht, alle anderen findens hier wahrscheinlich super-duper-langweilig), kann sich zusammenreimen, um wen oder was es hier gerade geht.

Wenn ich in den nächsten Wochen endlich mal wieder ein bisschen Zeit finde (die ich leider momentan eigentlich so richtig überhaupt nicht habe), werde ich hier und da auch noch ein bisschen am Outfit der Seite basteln. Also freuen Sie sich jetzt.