André Schmid funky as ever. Seite A schickt heftig shuffelnde Chord-Stabs über den tighten Beat, der sicherlich nicht nur meinen Fuß lustig rauf und runter wippen lässt. Den komplexeren Track, der nicht mehr ganz so zwingend ist, bietet Seite B. Für diese hat Herr Rozzo seine 606 mal wieder aus dem Keller geholt und blickt mit der komplexen Drumprogrammierung vorsichtig in Richtung Detroit, während die Chords in der Zwischenzeit längst das Ticket nach Motor City besorgt haben. Schick. (5/6) Sanomat
Und noch mal Jens Zimmermann, diesmal deutlich griffiger als der 16x-Teaser. Die A-Seite namens “Audio61_08″ ist ein herrlich kalter und deeper Technotrack, der in erster Linie von seiner detroitigen Chordline lebt. Ansonsten wird eigentlich nur ein bisschen gefiltert und hier und da die Lautstärke der einzelnen Elemente variiert. “Compression” auf Seite B ist dann ganz wie der Name verspricht ein ziemlich drückender Minimal-Track, der sehr subtil kleine knabbernde Soundinsekten aus irgendwelchen Erdlöchern holt. Gefällt. (5/6) Sanomat
Ich bin mir einfach nicht sicher. Neigt Jens Zimmermann zum Verarschen? Nach seinen (mir zugegebenermaßen sehr zusagenden) Hi-Freaks-Nummern kommt nun ein weiteres rätselbehaftetes Vinyl. Dieses ist nur einseitig bespielt, heißt “Audio08″ und bietet über genau 10 Minuten eigentlich nur einen 909-Beat, der annähernd gar nicht variiert wird. Quasi als Höhepunkt der Nummer gibt es zwischendurch ein paar Sinus-Sweeps, die vermutlich jeden in die Extase treiben. Oder auch nicht. Oder doch? Hm. Mir gefällts trotzdem irgendwie. (4/6) Sanomat
Auch wenn Scooter in unserer sogenannten Szene nicht allzuviel Ansehen genießen, kann ich meine Sympathie zu den drei Hamburger Spaßvögeln nicht verheimlichen. Dies liegt nicht etwa an den immer mal wieder auftauchenden Singles, sondern vielmehr an der Konsequenz, mit der die Jungs ihr Ding durchziehen. Ein weiteres Produkt der Kategorie “konsequent” ist die “Hands on Scooter”-CD, auf der allerlei aus Funk und Fernsehen bekannte Künstler wie die Bloodhound Gang, Sido, Knorkator oder Alexander Marcus sich an Neuinterpretationen der Band versuchen. Doch leider bleiben die meisten in punkto Originalität und Glamour weit hinter ihren Möglichkeiten, was diese Sammlung eher zu einer Enttäuschung werden lässt. Das Gros der Mixe bewegt sich irgendwo zwischen belanglos, humorfrei und “Thema verfehlt”. Dennoch gibt es mit dem herausragenden “Hyper Hyper”-Mix von Modeselektor, der spektakulären “Friends”-Version der Klostertaler (!) und auch Andreas Doraus “Aiii Shot The DJ”-Interpretation einige liebhabenswerte Perlen mit an Bord. Und spätestens bei RAF & Superdefekts “Sexzwerg (Ich schwirre)”, bei der Schorsch Kamerun allerlei beachtenswert ins Deutsche übersetzte Texte zum besten gibt, darf man hier dann doch zugreifen. Trotzdem: da wäre noch weit mehr drin gewesen. (3/6) Sanomat