Archive for November, 2008

Für die etwas tooligeren Momente im Leben hat Connaisseur nun also ein neues Sublabel aus der Taufe gehoben. Ob dies unbedingt nötig war, stelle ich mal dahin, denn im Gegensatz zu manch anderen Releases des Mutterlabels sind die hier vorhandenen drei Tracks doch deutlich weniger originell, sondern bedienen eher die minimale House-Schiene, die ja bereits von unzählbaren anderen Labels gefahren wird. Da aber die Zielgruppe immer noch hungrig ist und die drei Tracks “Nexus” mit dem dazugehörigen Moodymanc Dub sowie “Texgreen” auf Seite B zugegebenermaßen vernünftig produziert sind und insbesondere letztere Nummer mit dem kurzen Gitarrenlick noch ein prägnantes Element in petto hat, das den Track aus der Masse der Minimal-House-Releases positiv herausstechen lässt, darf man durchaus zugreifen. Besonders im Dialog mit Platten bspw. vom Cecile-Label dürfte Texgreen seinen Charme komplett entfalten. Trotzdem: da geht noch mehr. (4/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Jack Rock - Filter Games (Arti Farti 007)

Jack Rock hat nicht nur einen coolen Namen, kommt aus Dänemark, sondern ist auch dafür bekannt, Konventionen auch mal links liegen zu lassen. Im Falle von “Filter Games” macht sich das so bemerkbar, dass die Bassdrum kaum noch wahrnehmbar und dementsprechend primär erst mal eher ungeeignet für ekstatische Clubnächte zu sein scheint, dennoch kratzt die heftige, jackende Bassline mächtig an den Nerven und drängelt sich mit einer unglaublichen Arroganz direkt in den Mittelpunkt der Nacht. Die Promoinfo meint irgendwas von “Ugly Funk Monster” und genau das ist es auch. Der nicht minder jackende Rune RK Remix auf Seite B fügt dem Ganzen noch eine Prise Dancefloorkompatiblität hinzu, die Bassdrum wird wieder prägnanter und auch das allseits beliebte Glitch-Plugin darf noch mal ran. Auf die zusätzliche Melodie hätte ich persönlich zwar verzichten können, aber zieht den wirklich guten Originaltrack und den ebenfalls sehr gelungenen Remix nicht sonderlich runter. Insgesamt ne sehr feine Platte. (6/6) Sanomat

Über die Ambitionen des 2006 wiederbelebten Labels Harthouse kann man sich nur freuen. So nach und nach kommen wieder alle Protagonisten aus den goldenen Techno-Zeiten ins Boot und stellen eindrucksvoll unter Beweis, dass sie immer noch wissen, wo der Hammer hängt. Aktuelles Beispiel: Joey Beltram. Den kennt man zwar in erster Linie von R&S, Tresor oder Transmat, doch hat sein neues Release durchaus das Zeug dazu, ihn zukünftig auch als einen der führenden Harthouse-Acts zu sehen. “Shaking Trees” heißt das gute Werk und stellt direkt mit der A-Seite so ziemlich alles in den Schatten, was in Technowelt in der letzten Zeit veröffentlicht wurde. Anfangs macht sich eine energische 303-Line zu dreckigen Drums breit und wird dann ziemlich schnell begleitet von allerlei hochdramatischen Strings, Bässen, warnenden Signalsounds, LFO-Modulationen, Rauschen, Videogame-Sounds und an den Nerven zerrenden Flächen, die dem Track eine Intensität verleihen, die man vielleicht im Ansatz von Audions “Mouth to Mouth” kennt, in diesem Fall aber noch einiges draufsetzt, so dass ich mich doch sehr täuschen müsste, wenn dies nicht der ganz große Hit des Winters wird. Shaking Trees? Ich könnte mir noch ganz was anderes dazu schütteln. Als Zugabe gibts auf Seite B noch einen etwas minimaleren, schwebenden Track, der wie eine etwas gradlinigere, bösere Version diverser Matthew Jonson-Tracks klingt. Auch wirklich gut, aber hey – die A-Seite! Hammer. (6/6) Sanomat