Archive for Februar, 2008

Stefan Gubatz

Zimmermann - Zimmermann #2 (Hi Freaks 13)

Okay Freunde, so langsam sollte es wirklich jeder verstanden haben: Minimal ist durch. Feddich aus. Packt eure Abletons und Glitch-Plugins wieder ein, ist gut jetzt. Neuer Kalif anstelle des Kalifen ist nun also: Mini-Minimal. Platten, auf denen rein gar nichts mehr passiert. Siehe Sog auf Speicher, siehe Rekorder 10 und siehe nun also auch Zimmermann #2. Und verdammt noch mal – ich finds geil! Der Bass wabert hier derartig subtil und tief am absoluten Limit und alles, was sich dazugesellt, sind metallische Bürstesounds und elektronische Blips. Womöglich auch gut kombinierbar mit diversen Monolake-Platten. Ich möchte natürlich nie in einen Club stolpern, in dem diese Nummer zur Peaktime gespielt wird, aber zu Hause und auf der privaten Chillout-Session mit 4/4-Untermalung kann die Platte ganz schnell zum idealen Begleiter werden. Herr Zimmermann, wir verstehen uns! (5/6) Sanomat

The Mole ist wieder zurück auf Wagon Repair und präsentiert mit dem 13 Minuten langen (!) “Baby, You´re The One” eine leicht skurrile, aber mächtig tanzbare Mischung aus stolpernden House-Drumloops und alten Ravesounds, dazu gesellt sich eine an die guten alten French House-Zeiten erinnernde Vocal-Linie dazu, die dem ganzen Paket die Krone aufsetzt. Knaller würd ich mal sagen! Seite B dürfte dann eher etwas für Freunde obskurerer Tanzmusik sein, wenn man will kann man ein bisschen Italo Disco raushören, vielleicht auch eine Idee Vangelis, vielleicht aber auch nicht und wenn man ehrlich ist, kauft man die Platte ja auch in erster Linie wegen Seite A. Das aber definitiv. Aber sowas von. (6/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Russ Gabriel - Konacno (Pariter 006)

Ach, es ist doch herrlich, wenn man eine Woche nicht im Büro war und feststellen darf, dass sich noch niemand die neue Pariter-12″ unter den Nagel gerissen hat. Die “Ferox Classics”-EP war letztes Jahr eine meiner liebsten Releases und während Russ Gabriel bei besagter Platte lediglich für die Auswahl der Tracks zuständig war, darf er jetzt also zwei mal selbst ran. Gleich die erste Nummer namens “Reperholung” ist ein zeitloser und deeper Builder, der nicht nur fleißig den hier ausgesprochen seidig klingenden 909-HiHats huldigt, sondern auch die detroitschen Tugenden in Form behutsamer Chords und zarter Strings hochhält. Zwölfeinhalb Minuten seiner Zeit kann man gar nicht besser investieren. Auch für “Three Fifty One” sollte man sich noch mal ein ähnliches Zeitfenster gönnen, denn auch hier nimmt Gabriel den Hörer auf eine lange Reise durch seinen entspannt schwingenden Soundkosmos und man wünscht sich, dass man anschließend direkt noch mal einsteigen darf. (6/6) Sanomat

Hui, mit “Bingo” liefern die beiden Italiener Alessio Mereu und James Venturi einen ziemlich treibenden und kräftig White Noise-geschwängerter Track ab, der anfangs dank angezogenem Tempo und druckvoller Produktion schon so manchem die Schuhe ausziehen wird. Reicht das noch nicht, gibt es in der zweiten Hälfte eine stark an kraftwerksche Produktionen erinnernde Melodie obendrauf. Das ist schon mal schick, aber noch lange nicht genug. Auf Seite B gibt es gleich noch einen weiteren Track namens Bingo hinterher, welcher ebenfalls mit angenehm monotoner Instrumentierung und drückendem Klangbild punkten kann. Ein glücklicher Mensch ist derjenige, der gleich zwei Exemplare des Vinyls gekauft hat und beide Nummern direkt hintereinander spielen kann, die Crowd wird es definitiv danken. (6/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Butch - Mushroom Man (AFU LTD 13)

Na gut, nüchtern betrachtet ist “Mushroom Man” gar nicht viel mehr als ein stampfender Techno-Track von der Stange, der in erster Linie von seinen Super-Mario-Feuerblume- und -Hüpf-Sounds lebt. Dennoch bleibt die Nummer irgendwie hängen und wenn man in seinem Set plötzlich die Lust verspüren sollte, mal ne grenzwertig alberne Nummer zu spielen und sich seinerzeit für Samims Heater auch schon nicht zu schade war, dann sei der Griff zum Vinyl sogar regelrecht empfohlen. Auf Seite B gibt es zusätzlich noch zwei Nummern, die mit dem dicken Klempner (leider?) nichts weiter zu tun haben. “Tickles” bedient sich dennoch weiterer Comic-Sounds und auch “Botanik” nimmt sich dank Geister-Theremins selbst nicht wirklich ernst. Am prägnantesten bleibt allerdings der Titeltrack. (4/6) Sanomat