Archive for Januar, 2008

Eigentlich komisch, dass ich trotz der doch ausgesprochen zahlreichen Releases bisher noch keine einzige Morris/Audio-Platte mein Eigen nennen durfte. Doch Intergroove sei Dank, Marvin Dash darf nun das Band zu meinem Plattenregal zerschneiden. Und “Made in America” ist ohne Frage ein toller Einstieg, denn die vier hier enthaltenen Nummern sind allesamt derartig liebhabenswürdig, dass die Platte ohne Frage noch lange Zeit auf meinem Teller rotieren wird. Vier mal bekommt der geneigte Hörer oldschooligen Loop-TechHouse unter Beachtung alter Detroit- und Chicago-Tugenden auf die Ohren, an deren Charme diesen Monat so schnell keine andere Platte rankommt. Als wäre Technowelt noch in Ordnung. Hach. (6/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Luke Hess - Believe and Receive (Kontra 007)

“Believe and Receive” ist eine prima wabernde und klimpernde Nummer, der man einmal mehr das vielzitierte Neo-Detroit-Etikett anheften kann, was ja aber nicht weiter verwundert, den Herr Hess ist nicht nur Einwohner ebendieser Stadt, sondern hat gleichermaßen musikalisch wie privat einiges mit einem anderen Herrn namens Omar S zu tun, von dem man ja auch irgendwo schon mal was gehört haben dürfte. Den Remix auf Seite B besorgt Shed, der das ganze Thema noch ein bisschen relaxter und deeper angeht und durch Vermeidung von Bass-Bass-Bass-Bass zugunsten von Bass-Clap-Bass-Clap hellhörig macht und damit Akzente in vielerlei DJ-Sets setzen kann. Gefällt. (5/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Mark Broom - This Town (Rotary Cocktail 008)

Obwohl auf Rotary Cocktail bisher ja schon allerlei einlullende und harmonieerzeugende Nummern erschienen sind, bin ich mit dem Label nie wirklich warm geworden. Muss da erst jemand wie Mark Broom kommen, um mich endgültig zu überzeugen? Anscheinend, denn seine zwei Nummern “Trumpet” und “This Town” (jeweils gepaart mit einem Remix) sind erstklassige Oldschool-Techno-Nummern, die Anfang der 90er schon mit Kusshand genommen worden wären. Am auffälligsten ist ohne Frage “Trumpet” auf Seite A, in der ich zwar beim besten Willen keine Trompete erkennen kann, aber dafür dickste Drums, Chord-Stabs, Rides, Pads, Claps… herrlich! Der im Anschluss folgende Two_EM-Remix sorgt dafür, dass auch heutige Minimal-Freunde (ihr wisst schon, die mit dem Schal) etwas mit dem Release anfangen können. “This Town” auf B1 erinnert sehr angenehm an die guten alten Chicago- und Detroit-Zeiten, den El Locco zu guter Letzt mit Fingerspitzengefühl in ihrem Remix in die Jetztzeit transportieren. An die Originale kommen beide Remixe aber – wer hätte das gedacht? – nicht ran. (5/6) Sanomat

Die A-Seite namens “The Big Kazoo” fängt erst mal an wie eine Mischung aus Blake Baxters “Our Love” und Speedy Js “Pullover”, ist aber vom ersten Moment an derartig unverschämt funky, dass die Nummer selbst aus meinem für diesen Monat relativ kleinen Plattenkontingent besonders heraussticht. Doch wie es sich für eine anständige Dirtybird-Nummer gehört, kommt man auch hier natürlich nicht ohne die ein oder andere Albernheit aus, in diesem Fall sei das irgendwie dämlich-doofe Break mit Plastik-Saxofonen oder eben -Kazoos genannt. “Hide” auf Seite B bleibt ein bisschen gradliniger als sein Kollege gegenüber, kann aber mit der zwar an Einfachheit nicht mehr zu unterbietenden, aber einfach nur enorm funktionellen monotonen Bassline derartig punkten, dass ich nicht weiß, welche Seite mir nun besser gefällt. Ist ja aber auch egal, denn für das gesamte Paket gibts (6/6) Sanomat

Wenns einmal läuft, dann läufts. Das weiß auch Andomat 3000 mittlerweile ganz gut, denn kaum eine seiner Platten kam auf Kritiker- wie DJ-Seite bisher nicht an. Und damit das auch so bleibt, gibts direkt den nächsten Streich namens “Cognitive Dissonance”. Gewohnt filigran treibend und unverschämt funky geht es auf Seite A zur Sache, hier woppt eine gefällige Chordsequenz über den schmissigen Beat, dass nicht nur die Ladys vor Freude alles schütteln, was sie in den Club mitgebracht und/oder sowieso ständig dabei haben, weil angewachsen. “Cicl” auf B1 wagt einen kleinen Ausflug in etwas discoidere Gefilde, hält sich aber dennoch angenehm zurück und verzichtet auf übergroße Knalleffekte. Die minimalste Nummer im Bunde befindet sich auf B2, dort gibts eine wahre Percussion-Orgie, tatkräftig unterstützt von tiefen Subbässen und subtilen Rhythmen. Stark an der Grenze zum Unverzichtbaren. (6/6) Sanomat