Sehr einfache, aber sehr schöne metallisch-hallende Nummer von Marco Resmann, die zwar als Nachruf auf den Sommer 2007 gedacht, aber auch im Winter noch eine gute Figur macht. Die B-Seite bleibt ein bisschen minimaler und deeper, kann aber ebenfalls mit der etwas schrägen Melodiefigur und den später einsetzenden Minichords punkten. Gute Platte, die man immer mal anbringen kann. (4/6) Sanomat
Na, haben da Dole und Kom in letzter Zeit vielleicht etwas viel Inner City gehört? Eines der Hauptmotive des Titeltracks “Class of 94″ (aha!), nämlich die berühmten “Good Life”-Chords kommen bei der aktuellen Neutonmusic endlich mal wieder ausgiebig zum Einsatz. Hier werden goldene Rave-Zeiten zelebriert, hier wird den alten Kumpanen aus Übersee gehuldigt und ganz nebenbei auch noch ein trotzdem sehr aktuell klingender Dancefloor-Smasher abgeliefert, als würde es darum gehen, kontemporärer Tanzmusik zu zeigen, dass es auch noch etwas anderes gibt als Micker-Drums und Glitch. Auf Seite B gibts dann noch einen okayen melodiösen Minimal-Elektrohouse-Track, den man für lau natürlich auch mitnimmt, aber der eindeutige Gewinner der Platte ist natürlich Seite A. (5/6) Sanomat
Zum zehnjährigen Label-Jubiläum und der praktischen Jubiläums-Katalognummer 75 gibt es eine Reihe dreier 4-Track EPs, auf denen langjährige Wegbegleiter ihre Geräte kitzeln und dicke Tracks aufs Vinyl bannen können. Den Anfang von EP 1 macht Roberto Rodriguez, der scheinbar gerade erst wieder Dave Clarkes “Red”-Serie gehört hat, klonkige Chords und massig 909 sprechen eine deutliche Sprache. Komischerweise bleiben auch Tom Wax & Boris Alexander in einem ähnlichen Gusto, legen aber euphoriemäßig sogar noch ein Brikett dazu. Die Telemen-Nummer “Follow” im Alex Bau Mix stapft sehr zielstrebig und gradlinig durch die Boxen ins Ohr und Matthias Schaffhäuser macht unter seinem Pseudonym Math U Hates Jazz mit dem pluckernden “Bebopdeluxe” den Sack zu. Runde Sache, fettes Paket, mehr davon! (5/6) Sanomat
Nette, eingängige Deep House-Nummer der zwei Armadillos Giles Smith und Martin Dawson. Zu angedubbten Bässen flirrt eine kleine Chordmelodie im Hintergrund, was sich in halbbeleuchteten, gemütlichen Bars sicherlich als eine willkommene Musikuntermalung herausstellen wird. Eher was für den Club nebenan ist der Andromat3000- & Jan-Mix, der erwartungsgemäß mit einer ganzen Portion Extra-Funk daherkommt und die später auftauchenden Rhodes-Chords zu einer warmen Decke in kalten Kellerräumen werden lässt. Mag man haben. (4/6) Sanomat
Der ehemalige Neuton-Recke und nun als fester Kompakt-Mitarbeiter fungierende Navid Tahernia darf nun also auch auf dem hauseigenen Speicher-Imprint zeigen, was er musikalisch so drauf hat. Angesichts der doch etwas an Plastikmans “Panikatakk” erinnernden Nummer “I Like” auf Seite A, auf der die Frequenzen flirren und der Beat artig geradeaus stampft, mag man schon mal geneigt sein, zu sagen: aha, okay, aber wars das schon?. Aber mitnichten! Denn was sich auf der traditionellen Wappen-B-Seite finden lässt, wird sicherlich nicht nur bei mir für einen heruntergeklappten Kiefer sorgen. Als wären Zeit und Raum aufgelöst, drückt Tahernia einen derartig geil-oldschooligen und mich göttlich an die Dave-Angel-X-Mix-Ausgabe erinnernden Track mit allerlei 909-Rides und melodiöser 303 in die Rillen, dass ich vor lauter Begeisterung dringend mein Beißholz brauche. Ein Muß! (6/6) Sanomat
Tolle, organische und atmosphärisch wabernde Platte von dflex, deren Titeltrack nicht nur allerlei subtile Überraschungen wie z.B. ein behutsam eingespieltes Klavier bereit hält, sondern auch neugierig auf die ambientöse B-Seite macht. Dort gibt es neben einem beatlosen Remix der A-Seite auch noch eine jazzige Session mit Synthesizer und live eingespielter Trompete zu hören, die schlichtweg toll ist. Schöne Platte für ruhige Stunden. (5/6) Sanomat
Nunja, der Original- sowie der “Fuck-Up”-Version kann ich nicht allzuviel abgewinnen, die glitchigen und oft an sehr sehr niedrige mp3-Kompression erinnernden Soundkonstrukte mögen vielleicht kreativ eingesetzt sein, nerven aber direkt beim ersten Hinhören. Der Soapespierre- & Dexter-Remix verleiht dem Ganzen dank konsequentem 909-Einsatz und angenehm oldschooligen Detroit-Anleihen immerhin ein bisschen “Kann-man-spielen”-Faktor, doch was die Platte dann plötzlich zu einem Muss macht, ist der Queaver- & Versis-Mix, der sich auf B2 versteckt hat. Dieser setzt nämlich voll auf herrliche Rave-Stabs und treibende Drumprogrammierung, die einen ab der ersten Umdrehung wieder voll in die 90er versetzen. B2: (5/6) Sanomat
Freedom Fries auf Seite A beginnt relativ gemächlich und tut erst mal gar nicht viel mehr als diverse 808-Drumsounds in einer leider schon viel zu oft gehörten Art und Weise zu verstricken. Dankenswerter Weise gesellt sich nach einiger Zeit eine breite Fläche, die immerhin den ein oder anderen hellhörig machen wird dazu und gegen Ende darf sogar noch eine klimperige Casio-Melodie mit einstimmen. Muss man jetzt nicht unbedingt haben. Wenn man die Platte allerdings umdreht, findet man einen treibenden Minimaltrack, der nicht nur durch die funky Bass- und Melodie-Combo auffällt, sondern in erster Linie von dem sich ständig wiederholenden “Protect!”-Sample lebt. Gefällt und entschädigt doch sehr für die nicht allzu aufregende A-Seite. (4/6) Sanomat