Es ist doch wirklich erstaunlich, was man aus so einer Gitarrenpop-Nummer wie Geigers “Good Evening” alles herausholen und einen Artist so in den Focus der Dance-Szene heben kann. Neben dem obligatorischen Original gibt es den Track in zwei Versionen von Supermayer (alias M.Mayer und Superpitcher) und Dirk Leyers. Leyers eröffnet den Remix-Reigen mit einer atmosphärisch-deepen Interpretation und nimmt Herrn Geiger mit auf einen Abstecher nach Detroit, fuddelt und zuckelt in positivstem Sinne und lässt sogar noch ein paar Acid-Bleeps einlaufen. Schick! Der eigentliche Hauptakteur ist allerdings der Supermayer Mix, den Mayer schon auf seiner “Immer 2″-Compilation angeteasert hat. Das 12minütige Epos nimmt sich erst mal glatte drei Minuten Zeit, um überhaupt erst mal in Schwung zu kommen, präsentiert dann aber einen enorm relaxten und durch die ewig nicht gehörten Drumloops mit reichlich Oldschool-Flair versetzten Mix, den ich einfach nur als super titulieren kann. Moderne Popmusik, hervorragend präsentiert. [6/6] Sanomat
Oh oh oh, ich ahne fürchterliches – “Glitches”? Fiese kleine Computerstörungs-Sounds verpackt in ein dünnes Gewand von nichtssagenden Minimal-Beats? Knapp daneben, zwar gibts hier dann und wann eingestreute Mini-Geräusche, allerdings wird das ganze getragen von einer wunderbaren, deepen Fläche, die “Audio Carl” (das kann ja nur der Bruder von Audio Werner sein…?) auf Seite A, die den Track zu einer chilligen, aber doch tanzbaren Nummer formt. Auf Seite B wird auf die Fläche verzichtet, stattdessen tut eine simple, aber immerhin funktionelle Bassline ihren Dienst. Schnieke. [5/6] Sanomat
Ziemlich lässiges Teil, das Oscar hier auf die Reise in die große weite Technowelt schickt. Zum gedrosselten Tempo schlurft der Track zunächst easy durch die Gegend und bekommt dann Besuch von einer heftig nervösen Synthline, die von der Intensität gar nicht mal so weit von Audions “Mouth to Mouth” entfernt ist. Ich hör die Leute schon johlen und schreien. Auf Seite B versucht sich die emsige Remixmaschine Gui Boratto an einer angemessenen Neubearbeitung, bleibt aber leider hinter den Erwartungen zurück. Das Original hat einfach mehr Punch. Ich bleib bei A. [5/6] Sanomat
Nicolas Stefan hat nicht nur einen sympathischen Nachnamen, sondern auch gleich vier Tracks im Gepäck, die allesamt wunderbar in das Set eines jeden Great Stuff-sympathisierenden DJs passen und zudem auch genügend Schmiss besitzen, um sich noch eine ganze Weile in deren Playlists zu halten. Durchgehend gefälliger ElektroHouse, über den man wirklich nicht meckern kann und insbesondere der Electrixx Remix des Titeltracks stampft ordentlich über den Floor. Nice Stuff. [5/6] Sanomat
Bin ich zu sehr Fan? Finde ich bedingungslos alles gut, was aus dem Monolake-Umfeld kommt oder liegt es wirklich an der hohen Qualität der Releases? Auch die “Random Brown” EP spricht mich mit ihren sehr monotonen Chord-Sounds und dem vielseitigen Arrangement einfach an. Der Original Mix klingt irgendwie wie ein psychedelischer Telefonanruf ins Nichts, ist außerdem auch noch toll tanzbar und natürlich ein tolles Stück elektronische Tanzmusik. Wie man es erwarten durfte, krempelt dann der Monolake Remix auf Seite B den ganzen Track komplett um und behält nur noch die rudimentärsten Elemente bei, ansonsten stampft der Mix mit eindeutiger geradeaus-Richtung durch kurze Hallräume und direkt in mein kaltes Herz aus Metall. Klasse. [6/6] Sanomat
Im aufwändigen Lackcover und durchsichtigem Vinyl präsentiert sich die neue Andy Vaz-EP “Way Back When”. Und so außergewöhnlich und schick sie vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag, so unspektakulär sind letztendlich die drei Tracks, die hier sehr verhalten durchlaufen und einfach wenig Überraschungen bieten. Okayes Futter für minimale Tanzabende, die Nachhaltigkeit dieser EP steht aber auf einem ganz anderen Blatt Papier geschrieben. [3/6] Sanomat
Plicker-placker-plucker-tropf-tropf. Grundsätzlich wirklich nichts Aufregendes, sobald allerdings die pulsierende Monsterbassline einsetzt werden aber natürlich wieder alle ordentlich an die Wand gedrückt. Im Break bleibt sogar noch Platz für eine kleine zerbrechliche Melodie. Siehste, doch gar nicht so schlecht. Auf Seite B bekommt der geneigte Konsument einen Agaric-Remix des Tracks “Animal” quasi dazugeliefert, der erwartungsgemäß auf dem Level seiner “We Are”-Veröffentlichungen bleibt. Ob man das nun begrüßen mag oder nicht darf jeder für sich selbst entscheiden, ich hab zwar schon weit aufregendere Platten gehört, gebe aber mal [4/6] Sanomat
Ianeq ist also zurück, was er nicht nur durch das ständig wieder auftauchende “It´s my time”-Sample unterstreicht, sondern ganz einfach diese deepe Nummer, die mich immer wieder an Metro Area erinnert eindrucksvoll für sich sprechen lässt. Auf der A-Seite gibts direkt den Fabrice Lig-Remix, der gelinde gesagt großartig ist. Wieder einmal ist Detroit das große Schlagwort, denn obwohl die Drums stellenweise auch eher an Daft Punks “Da Funk”-Zeiten erinnern, geben die toll eingespielten Bass- und Synthlines die klare Richtung vor. Und auch das Original auf B1 brauch sich vor dem Remix nicht verstecken – hätte auch durchaus (und wie es sich eigentlich auch gehört) auf Seite A gepasst. “The Focaccia Pretext” gibts dann noch als Bonus dazu und hämmert wie eine ganze Armada von Zimmermännern und macht diese tolle Platte insgesamt zu einem großen Kauftipp. [6/6] Sanomat
Gefällige Minimal-Nummer, die in erster Linie von ihren deepen Chords lebt, die mich irgendwie an ältere Kanzleramt-Releases erinnern. Erst düstere, dann seidige Synths auf 808-Drums – passt doch! Der Remix auf Seite B drückt durch seine konkrete Bass Drum noch ein Stück mehr, behält aber das Original-Thema bei. Und auch “Drifting” bleibt im ähnlichen Gusto, analog pluckernde Drums, etwas Synth, fertig. Durchaus in Ordnung. [4/6] Sanomat
Nachdem die letzte Etui-12″, die auch schon von Insect und Matschiste kam, auf allerlei offene Ohren und zufriedene Rezensoren gestoßen ist, dachten sich die beiden Dresdner: na, dann machen wir doch gleich noch eine! Und gerade bei einem Nachfolger, der so ein schwieriges Erbe antritt, hört man doch ein bisschen genauer hin, aber was soll ich sagen – auch diesmal wird wenig falsch gemacht, im Gegenteil: die drei Versionen, von denen sich die erste anfangs sogar ein bisschen nach International Pony und später nach (bitte verzeiht, aber so isses) Captain Hollywood anhört, treffen mal wieder meinen Geschmack und den berühmten Nagel auf den Kopf und dürften so für viele euphorische Harmoniemomente auf Dancefloor und Heimanlage sorgen. Noch so eine 12″ und ich empfehle den Blindkauf. [6/6] Sanomat
Hermann der Rammler? Gabs den nicht mal in irgendnem Otto-Film? Egal, auf jeden Fall stellt sich im Titeltrack der Bezug zu einem eifrigen, libido-geplagten Kaninchen eindeutig her, so ununterbrochen emsig penetriert die 16tel-Säge-Line den Track, der später noch von nervösen Chords begleitet wird. Zwischendurch wirds zwar oft ein bisschen viel auf einmal und hier und da fängts leicht an zu nerven – aber siehe da! Da kommt der Radio Slave um die Ecke! Hurra! Sein Mix bleibt anfangs erwartungsgemäß reduziert technoid und doch derbe bratzend, denn was hier als Pseudo-Shuffletrack anfängt, entwickelt sich nach dem Break zu dem fettesten Schieber, den ich seit T.Raumschmieres “Monstertruckdriver” gehört habe. Sollte man sich merken. Und am besten griffbereit parat stellen. Original hmja, Remix: [6/6] Sanomat
Also entweder Elec Pt.1 hat seinen letzten Jahresurlaub in den düstersten Ecken Chicagos verbracht – oder die momentan auf meinen Tellern rotierende “Acid Coloniae” EP fristete 15 Jahre lang ihr Dasein in irgendeiner Schreibtischschublade. Vielleicht hat Herr Pt.1 aber auch einfach nur ein enorm großes Gemächt. Ja, das wirds sein. Aber wenn wir mal bei den Fakten bleiben, ist einfach festzustellen, dass die hier vorhandenen fünf namenlosen Tracks, die in bester Tradition von Acid-Heroen wie Armando, Phuture oder auch Pointdexter zwirbeln, ballern und blubbern, einfach nur herrlich oldschooliges 303-Material sind, die man dieser Tage nicht mehr allzu oft findet. Was soll man weiter sagen, es ist eben Acid der feinsten Sorte. Love it or leave it. [6/6] Sanomat
Warum haben wir eigentlich noch kein Feature über Mood Music gemacht, frage ich mich auch angesichts dieser Nummer wieder mal, denn ich kann mich beim besten Willen nicht an einen Ausfall in der Discografie des Labels erinnern. So behält auch Dave DK diesen Kurs bei und steuert zwei klasse monotone und techige Tracks bei, die beide einfach klasse sind und massiv ins Gesicht drücken, ohne dabei zu einnehmend zu sein. Besonders “Ocean Club” auf Seite B kann dabei punkten, denn die Produktion ist nicht nur enorm sauber und auf den Punkt, auch die dezent eingesetzten Acid-Bässe erobern mein Herz im Sturm. Ich freue mich schon auf den ersten Clubeinsatz. Dave – gut gemacht! [6/6] Sanomat
Nach ein paar Jahren des Nichtstuns veröffentlicht Paul Nazca jetzt seine mittlerweile dritte Platte im Jahr 2006, nach Abstechern auf Labels wie Boxer oder FCom ist nun Bpitch Control an der Reihe. Der Titeltrack ist euphorisierend ravig-trancig und irgendwie auch bpitchig – was genau das jetzt ausmacht, kann ich gar nicht genau sagen, aber spätestens wenn ab dem letzten Drittel die heftigen Synth-Exzesse einsetzen weiß man, hier haben sich Produzent und Label einfach gefunden. Die B-Seite ist hingegen eine Mischung aus Tribal-Techno, bunten Chords und später einsetzenden Flächen, die mich zumindest etwas irritieren, aber da Seite A ja schon mal ziemlich viel richtig gemacht hat, wandert die Platte natürlich trotzdem ins Case. [5/6] Sanomat
Dass die Presseinfo Gui Boratto zu Kompakts “Lieblings-Brasilianer” gradiert, kann man angesichts dieser neuen 12″ auf K2 eindeutig nachvollziehen. Zwar wurden hier wieder mal “nur” zwei Tracks ins schwarze Vinyl gepresst, aber auch diese haben schon das Zeug, die Playlists der nächsten Monate zu dominieren. “Gate 7″ ist ein ungemein positiv gestimmter und melodiöser Minimaltrack, der nicht nur die mittlerweile zum Standard gehörenden 808-Toms pluckern lässt, sondern auch einer kleinen Melodie, die das groovige Gesamtarrangement trägt, ordentlich Platz einräumt. Auf Seite B besinnt sich Boratto seiner Techno-Wurzeln und bleibt für seine Verhältnisse zwar überraschend, aber doch angenehm monoton. Produzent der Stunde macht eine weitere Platte der Stunde würd ich mal sagen. [6/6] Sanomat
Seit Daniela Stickroth meine Ohren letzten Monat doch sehr für das Label Meerestief sensibilisiert hat, waren meine Erwartungen an Katalognummer 004 der Limited Reihe, für die sich diesmal Five Green Circle verantwortlich zeigt, entsprechend hoch. Aber glücklicherweise wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil – die vier Tracks auf dieser 12″ kommen deep und atmosphärisch daher, wie der Name Meerestief eigentlich auch impliziert und insbesondere der Xhin Remix des Tracks “Ronan´s BBQ”, der prinzipiell noch am ruhigsten von allen bleibt, hat es mir mit seiner harmonischen Grundstimmung einfach angetan. Zwar begeben sich die anderen drei Tracks immer mal wieder auf dünneres und somit auch gewöhnlicheres Durchschnitts-Minimal-Eis, aber mit so einem Remix im Gepäck kann eigentlich gar nichts passieren. Sehr angenehm. [5/6] Sanomat
Eine Leidenschaft von Kompakt ist seit jeher das Ambient-Genre. So erscheinen nicht nur immer mal wieder hervorragende Listening-Alben wie zuletzt das tolle “Music to fall asleep” von Klimek, sondern bereits seit 2002 im jährlichen Turnus die Reihe “Pop Ambient”. Auch auf der 2007er-Ausgabe gibt es allerlei einlullendes und größtenteils beatloses Material von Artists wie Popnoname, Markus Guentner, Thomas Fehlmann oder auch Kompakt-Chef Wolfgang Voigt selbst zu hören, der sich ja nun schon seit einiger Zeit aus dem aktiven Produzententum verabschiedet hat, hier aber noch ein mal unter seinem “Gas”-Pseudonym klarstellt, wie vielfältig sein mittlerweile zum Imperium angewachsenes Unternehmen in der Releasepolitik sein kann. Besonders beachtenswert übrigens die Nummer “Kappsta” des neuen schwedischen Acts “The Field”, der nächstes Jahr sein Debutalbum auf Kompakt veröffentlichen wird. Da geht noch einiges. Wenig Klebstoff, viel Freiraum und unbedingte Empfehlung meinerseits. [6/6] Sanomat
Sollte Holden wirklich genial sein? Sollte er uns vielleicht alle nur verarschen wollen? Ich bin mir da wirklich nicht so sicher. Das Album erfüllt zwar zu 100 Prozent die Erwartungen, die man an ein Holden-Album stellt – aber mal ganz im Ernst: sind wir uns darüber im Klaren, was wir erwarten und: wie gehen wir damit um, wenn wir dann auch genau das bekommen, was wir erwarten? In anderen Worten: das Album ist unheimlich kaputt, verfrickelt, ausgeklügelt, kalt, steril, autistisch und seiner Zeit wahrscheinlich einfach nur weit voraus. Die Zukunft des Minimal? Ist das überhaupt noch Minimal? Interessiert das überhaupt jemanden? Ich will nicht wissen, wie lange Holden wie paralysiert vor seinen Geräten saß um derartig wirres Zeug zu produzieren, insgesamt aber wohl nur ein Bruchteil von dem, was ich brauche, um dieses Album komplett zu verstehen. Zehn Tracks (inkl. einem 2:05 min langen Nullpegel namens “Intentionally Left Blank”), mal nachvollziehbar angenehm, mal nervig brachial, mal vollkommen durch und daneben – und dann ist es plötzlich vorbei. Kein Outro, keine einlullende Versöhnungs-Nummer, nix. Und man wird wieder allein gelassen mit der Frage: Was war das denn jetzt? Sorry, ich weiß es gerade nicht. Bitte tragen Sie Ihren Punktevorschlag hier ein: _ _ _ _ _ _ [Sanomat]
Eine verhältnismäßig originelle Coverversion von Daft Punks “Around the World” haben Nicky van She und Dangerous Dan hier ins einseitig bespielte Vinyl gebratzt. Eine furzende Gitarre spielt das Thema, irgendjemand macht den Filter zu und wieder auf und am Ende gröhlt die ganze Studentendisco vor Vergnügen. Das Arrangement der Nummer ist allerdings alles andere als spannend – da hätten sich die beiden vielleicht auch lieber noch ein bisschen am Original orientieren sollen. Insgesamt zwar nett, aber auch nicht wesentlich mehr. [3/6] Sanomat