Seite A präsentiert eine subfrequente Hm-Pah-Bassline, zu der sich diverse klumpige Synth-Einwürfe gesellen. Besonders sticht dazu der prägnante Snaredrum-Sound ins Ohr und spätestens ab Einsatz der Pubah-ähnlichen Vocals dürfte klar sein, dass Herr Hunsberger einfach sein Handwerk versteht und mit diesem höchst funktionellen Tech-Track kompromisslos punkten kann. Ähnlich düster laufen die beiden B-Seiten-Nummern ab, B1 beschränkt sich auf Bassline/Drum-Kombination mit weiteren dezenten Vocals und B2 rückt sogar vom 4-to-the-floor-Beat ab, welcher zwar manchmal ein bisschen dünn klingt, aber trotzdem - wie einfach die ganze EP - absolutes Qualitätsfutter ist. [5/6] Sanomat
Okay, auf Seite A gibts auch zwei Versionen von “Interlope”, die wirklich alles andere als schlecht sind (mal deep-housig, mal eher techy), aber meine vollste Aufmerksamkeit gehört schon ein paar Wochen dem Chris Delay Primezeit Mix auf Seite B. Dieser zaubert zum ausgeklügelten Beatgerüst eine wunderschöne Melodie aus der Hinterhand, die von Aufbau und Stimmung doch sehr an den Klassiker “Hale Bopp” von ihr-wisst-schon-wem erinnert. Das alles so dermaßen stimmig und spannend arrangiert, dass sich andere Producer durchaus mal ne Scheibe abschneiden können. Einer meiner Favoriten des Monats und sicherlich noch ne ganze Zeit in der Heavy Rotation. B: [6/6] Sanomat
Hinter Halle 56 verstecken sich zwei angeblich sehr gut bekannte Berliner DJs, die aber unbekannt bleiben möchten. Meinetwegen, zumindest bei Tigerskin weiß man ja, was man hat. Im Titeltrack spielen die drei Klangbastler mit den Nerven aller Karies-geplagten Wenig-Zähneputzer, denn was im Break dieses bislang lustig tänzelnden Minimal-Tech-Tracks ertönt, ist ein fieses Zahnarztbohrer-Geräusch, inklusive rhythmisch arrangierter Druckluft. Sehr strange, aber dennoch nicht uninteressant. “Complex” neigt im Gegensatz dazu zum frickeln und auch “Wolves” auf Seite A ist sehr percussion-lastig, spendiert dem Ohr allerdings noch ne kleine Bassmelodie und kurze Rauch-Flächeneinwürfe. Keine Revolution, aber nett. [4/6] Sanomat
Herrliche Platte. Erinnert mich an die goldenen Zeiten des Trance, als Namen wie Earth Nation oder auch der gute alte Dritte Raum die Playlists der DJs rund um den Globus dominierten. Mit leicht überdurchschnittlichem Tempo grooven die beiden Kollaborationen der Herren Flinsch und Nielson, anfangs noch recht minimal, später nach Einsetzen von Melodie und Fläche wunderschön atmosphärisch und harmonisch über den Dancefloor und scheinen einen unterschwellig aufzufordern, sofort wieder die Delfinposter, 3-Lux-Videos und Shiva-Statuen aus dem Keller zu kramen. Ich bin mal eben weg. [6/6] Sanomat
Auf Seite A passiert nicht viel - Bassdrum/Snap-Kombination, dezenter Subbass drunter und ne kleine Telefonmelodie dazu, fertig. Und - hach! - auf Seite B findet man prinzipiell den gleichen Track, nur diesmal ohne Melodie. Wo gibts denn sowas? Bei mir jedenfalls nicht. [2/6] Sanomat
Nach Oxias kleinem Eve By Day-Ripoff-Fauxpas auf der Speicher 34, kommt nun vier Ausgaben später, quasi als Wiedergutmachung, Oxia wie man Oxia eben kennt und wohl auch mag. Ein funktioneller, nicht wirklich überraschender weil teils vorhersehbarer ElektroTech-Track, der aber trotzdem sicherlich in den nächsten Wochen und Monaten auf den Dancefloors der Nation im Dauereinsatz sein wird. Die Flipside der Split-EP steuert Senkrechtstarter Gui Boratto dazu, der mein Ohr schon eher erreicht. Mit “Rising Evil” knüpft er nahtlos an seinen Hit “Arquipelago” an und wer sich, so wie ich, noch nicht an Triolentracks sattgehört hat, der greift besten Gewissens zu. Kann man absolut nix falsch machen. [4/6] Sanomat
Schön, wenn längst totgeglaubte Wörter einen zweiten Frühling erleben, wie im Falle von “Jippie”, welches nicht nur zuletzt Deichkind gute Dienste geleistet hat, sondern nun auch Freedarich und Stiggsen Erfolg bringen soll. Dabei ist man aufgrund der Musik, die die beiden Haudegen hier in die Rillen gepresst haben, erst mal gar nicht so sehr gewillt, in Euphorie auszubrechen. Nicht, weil die Musik schlecht wäre - ganz im Gegenteil, doch vielmehr haben wir es hier mit einer sehr relaxten Version von “Jippie” zu tun; dem “Jibbie”, deutlich zu erkennen an den beiden Bs. Teilweise erinnert ihre Musik an Porter Ricks oder andere Chain Reaction-Acts, sehr dubby, organisch und dann doch wieder mit Tendenz zum heutigen Minimal Techno. “Welcome” auf B2 darf sogar noch ein bisschen schaffeln, was man in Köln sicherlich mit einem lauten “Jippie!” bemerken und - trotz des Neuton-Vertriebs - insbesondere in kompakten Kreisen in diversen Playlists wiederfinden wird. Schöne Platte. [6/6] Sanomat
Von wegen Katzenwäsche, die Jungs beanspruchen mit Seite A mal wieder die ausgedehnte Aufmerksamkeit für sich. Ich hab lange schon nicht mehr so eine frech sägende Bassline gehört, die zwar kompositorisch an Banalität fast nicht mehr zu überbieten ist, aber: sie funktioniert! Und als sollte das noch nicht reichen, setzt ab der zweiten Hälfte auch noch eine ebenso semi-debile Acidline ein, die - oh mann, ich kann nicht mehr - im Break sogar noch durch geradezu dämlich doofe LFO-Modulationen getoppt wird. Musik für alle, die nicht mehr bis drei zählen können oder wollen - schweißtreibend und absolut auf den Punkt. Auf Seite B gibts zwar noch nen durchaus okayen Electro-House-Track, aber Seite A hat so dermaßen die Hosen an, dass der Rest nun wirklich nicht mehr interessiert. Volle Punktzahl. [6/6] Sanomat
Genau genommen sind auf dieser EP nicht etwa mehrere Remixes, sondern nur einer, nämlich von Einmusik, dafür gibt es für alle bisherigen Turnbeutelvergesser das chillig fließende Original noch mal zum direkten Vergleich oder zur Komplettierung der eigenen Sammlung mit dazu. Der Einmusik Remix auf Seite B greift die pluckernde Melodie des Originals auf, variiert und moduliert diese aber nach Lust und Laune, drückt eine ziemlich schiebende Bassline/Drums-Linie drunter und transferiert den alten Cold-Klassiker, der nicht selten als letzte Platte des Abends herhalten musste, mitten in die Peaktime und spendiert dem Thema einen gelungenen zweiten Frühling - Sommer, Herbst, was auch immer! Musik für immer! Sehr schön und mal sehen, was die angekündigten weiteren Remixe von Dominik Eulberg & Gabriel Ananda sowie Gebrüder Ton halten können. Für diesen Mix gibts erst mal verdiente [6/6] Sanomat
Mmmh, ich mag diesen Snare-Sound. Mmmh, ich mag diese Flächen. Mmmh, die Bassline ist auch klasse. Oh, ein Farfisa-Orgelsound! Diiet-dieet-diieet-dit-dit-dit… Zasch! Und ein Break. Seidige Flächen, ich schmelze dahin. Aaaaahh… Oh, und da gehts wieder los. Deep. Seeehr deep. Tolle A-Seite mein Lieber, alle Achtung! “Get Those Bees Off Me” auf Seite B mag ich aber auch nicht verachten; der Track ist im Gegensatz zur A ein ganzes Stück gradliniger und setzt seine Blickrichtung noch ein bisschen mehr auf den Dancefloor, leichte Acid-House-Anleihen und die jackenden Vocals tun ihr übriges. Feine Platte, privat tendiere ich zu A, im Club eindeutig zu Seite B. Entscheidet selbst, gekauft werden ja praktischerweise immer beide Seiten. [6/6] Sanomat
Kann es sein, dass die Gebrüder Ton ziemliche Schlitzohren sind? Bei ihren Releases bin ich die ersten paar Takte meist gewillt, das Vinyl schon wieder gelangweilt zu wechseln, meistens setzt aber genau bei diesem Gedanken ein tolles Element nach dem anderen ein, was mich in der Regel mindestens dazu verleitet, die Platte anschließend noch einmal zu hören und ihr letztendlich einen leicht zu erreichenden Platz in meinem Case gönne. So auch wieder bei diesen drei super Songs (ja, es sind durchaus Songs!), bei denen sich die Jungs tatkräftige Unterstützung von Solomun und Adriano geholt haben. Frisch, fröhlich und mit unbedingter Grinsegarantie gibts auf der Platte keinen einzigen geschmacklichen Ausfall, sondern nur Qualitätsware, die mich allerspätestens jetzt von der kompromisslosen Qualität ihrer Produktionen überzeugt hat. Von jetzt an offiziell Fan - ich verleihe [6/6] Sanomat
Na das ist doch mal ne Überraschung! Jean-Michel, der vor einiger Zeit mit seinem tollen “New Medium Softpack”-Album voller ambienter Flächen und Melodien sowie ausgeklügelten Breaks glänzen konnte, lässt sich für sein neues Release das kleine und doch so bedeutungsschwangere Wörtchen “Pop” auf die Stirn tätowieren. Die deutschen Lyrics (”Das ist der Sommer - eins zwo!”) irritieren mich zwar immer noch irgendwie und ich weiß nicht, ob ich mich nun fremdschämen oder das ganz toll finden soll - die Musik jedenfalls ist glücklicherweise, und wie sollte es bei Jean-Michel anders sein, über alle Zweifel erhaben. So auch auf Seite B, hier gibt es noch zwei Bonustracks, die allerdings (ist das nun gut oder schlecht?) auf Vocals verzichten. Seite A ist Geschmackssache, über B muss man nicht diskutieren. Ich glaub ich finds aber insgesamt doch ziemlich gut. [6/6] Sanomat
Nachdem man den tausendsten Teletipp aus dem Hause Elster ausprobiert hat, gibts mit der Schrumpfmetropolen EP mehr Minimal-Futter auf die Ohren. Leider ist aber gerade Track A1 ein Paradebeispiel für uninspirierten Fließband-Frickelsound, von dessen Sorte ich mittlerweile wirklich überhaupt nichts mehr hören mag. Glücklicherweise reichte das Geld aber noch für zwei B-Seiten-Tracks, von denen der erste - puuh - gar nicht klackert, sondern sich sehr angenehm in aufbratzenden Basslines und sentimentalen Melodien verliert. So will ichs hören! B2 schlägt wiederum mit seinen metallischen Chords eine eher detroitige Richtung ein und wird zwischendurch immer wieder von leichten Stabs unterstützt. Auch fein. Trotz pädagogischem Abzug für Seite A gibts insgesamt versöhnliche [5/6] Sanomat
Wer hat da gerufen “Techno ist tot”? Sofort herkommen und sich persönlich einen abholen! Denn das was Claus Bachor, Soapespierre, Jonzon und Trackmaster Lou, seines Zeichens bekannt als Teil des Detroiter Acts Scan 7, mit dem ersten Release des Pure Rhythm Labels abliefern, zeigt auf eine absolut straighte Art und Weise, wie frisch und authentisch sich 2006 Techno noch anhören kann. Während sich Bachors “Green Card” noch etwas verspielt und nicht immer ganz auf dem Punkt gebracht eingroovt, zeigt spätestens Soapespierres “Rollin´”, dass bewährte Saunderson-Chords und oldschoolige 909-Programmierung immer noch eine Eigenständigkeit besitzen, von denen die meisten der momentan so angesagten Acts nur träumen können. Das Highlight der EP stellt jedoch m.E. Jonzons “Dugong” dar, welches mit einer gnadenlos säbelnden Synthline nicht nur die letzten Zweifler in die Knie zwingt sondern so sehr treibt, als wäre Rhizinus mit im Spiel. Zum Abschluss gibts noch einen sehr deepen Detroit-Vocaltrack von Trackmaster Lou und man darf hoffen, dass möglichst bald weitere Katalognummern folgen werden. [6/6] Sanomat
Ich weiß nicht, wie viele ZYX-CDs ich aufzählen kann, bei denen ich mir wirklich an den Kopf gefasst habe, wie wenig Fingerspitzengefühl eine Plattenfirma in der Zusammenstellung ihrer Compilation-Tracks nur haben kann. Und auch bei der Summership war ich eingangs enorm skeptisch, was für obskure Titel ihren Weg auf die zwei Silberlinge gefunden haben, aber nach kurzem Überfliegen der Tracklist muss ich sagen: Alle Achtung! Alles, was zur Zeit Rang und Namen im elektronischen Musikzirkus hat, findet sich auf dieser Kopplung wieder. Villalobos, Andersson, Eulberg, Ananda, Dahlbäck, Bug, Özer, Tresher… you name it, alle sind sie da. Ideal für den CD-DJ ist hierbei auch die Tatsache, dass die Tracks ungemixt und (bis auf Villalobos´ Belle Epoque) in voller Länge vorhanden sind. Sehr gelungen und als momentanes Standardwerk uneingeschränkt zu empfehlen. [6/6] Sanomat
Mein lieber Tobi Neumann! Ich mag dich und viele deiner Mixe ja wirklich, aber sag doch mal deinen Kumpels bei Cocoon, dass ihre Promo-CDs schlimmer aussehen, als die Raubkopien, die der Typ zwei Straßen weiter so in den Umlauf bringt. Und die haben wenigstens separate Tracks. Außerdem hätte ich mir n bisschen mehr Infos als ne halb ausgedruckte Tracklist zu deiner neuen Mix-CD gewünscht. Aber weil ich gerade so gut gestimmt bin, sag ich dir trotzdem, dass mir der Mix - zumindest ab dem zweiten Drittel doch ganz gut gefällt. Der Anfang ist für meinen Geschmack zwar viel zu wischi-waschi-klicker-klacker und teilweise wirklich belanglos, doch spätestens bei Anja Schneiders “Rancho Relaxo” im Jennifer (ja ist es denn die Cardini?)-Remix und den folgenden Tracks von Tobias und Alex Under stellt sich langsam ein Lächeln bei mir ein. Also: durchaus in Ordnung und gegen Ende wirklich stark, aber mit einigen Abzügen in der B-Note. [4/6] Sanomat