Archive for Mai, 2006

Stefan Gubatz

Samuel L. Session - Clean EP (New Soil 005)

Yeah! Gleich der erste Track “Inside” macht schon mal richtig was her. Dieser marschiert regelrecht zackig über den Dancefloor, schickt schiefe Sounds und Vocals, die mich hier und da an David Carretta erinnern hinterher und bringt dazu noch eine klasse Synthlinie zum Vorschein, die man nach dem ersten Hören nicht mehr vergisst. Instant Hit? Auch die B-Seite namens “Berlin” würde sich ebenso gut im Programm eines Labels wie Gigolo machen, sehr markant ist hier die Achtel-Bassline, die sich so unverschämt in den Vordergrund drängt, dass allen weiteren Elementen im Track kaum noch eine Chance gelassen wird. Um es noch mal zu sagen: Yeah! (6/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Zahn - It´s Not Static EP (Syndikaat 004)

Aaaah, eine angenehme Monotonie aus Bassline und Drums macht die Tür auf, bittet einen herein und führt durch die alten, verstaubten Gemächer des Graf Zahn aus Rauschen, verhaltenem Klimpern und Kratzen. Sehr schön. Der Westflügel zeigt hingegen die etwas härtere, technoidere Seite des Hausherren. “Production Through” beweist sehr schnell seine Qualitäten als funktioneller Stomper und lediglich das etwas verwaschene “Slow Burning Sensation” auf B2 schmälert den insgesamt ganz passablen Eindruck. (4/6) Baktus

Stefan Gubatz

Dole & Kom - Kiss Me (Death By Disco 03)

Joa. Etwas rudimentäre Synthlines zu Achtelbässen und nicht wirklich aufregenden Drums auf Seite A, aber immerhin gibts ja noch eine Seite B. Dort wird man von einer charmanten Bassline begrüßt, die eine etwas trancige und leicht acid-affine Anmutung hat. Dazu gesellt sich etwas später eine schräg klimpernde Sequenz, die zwar auch nicht das Rad neu erfindet, aber insgesamt okay geht. Nebenbeimusik. (3/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Audio Werner - Onandon (Perlon)

Der Audio Werner! Für mich ganz klar einer der bescheuertsten Artist-Namen der letzten Zeit (direkt nach DJ Atomic Jürgen), aber immerhin gleicht er das auf seinen Releases mit musikalischer Qualität größtenteils wieder aus. So auch auf der neuen EP auf Perlon. Seite A bietet hüpfige Random-Sounds mit leichtem Akufen-affinen Samplegeschnipsle. Zur Hälfte gibt es ein Break und der Track entwickelt sich noch mal in eine etwas andere, percussionorientiertere Richtung. Auf Seite B wird der Shuffle-Regler noch ein bisschen nach rechts gedreht und - hurra - es darf gefrickelt werden. Auffällig bleibt ein gelegentlich eingeworfenes Klavier, das nach allen Regeln der Kunst durch den Wolf gedreht wird. Genau richtig auf Perlon. (5/6) Sanomat

Artwork und EP-Titel haben mich kurz zusammenzucken lassen, typische PsyTrance-Thematik, was erwartet mich hier? Kurz durchgeatmet, Nadel aufs Vinyl, Ohren auf Empfang. Aaah, okay, gefälliger Minimal Techno mit melodiösen Basslines und Noise-geschwängerten Sounds, die ein bisschen wirken wie ein umgedrehtes “Extra” von Ken Ishii. Macht Spaß. Der Davide und Pedro Remix nimmt sich leider die uninteressanteren Elemente des Originals zur Brust und fällt nicht weiter auf. Dafür gibts von Niekisch und Hermann mit “Tide” abschließend noch einen Bonustrack, der zumindest was die Drums angeht leicht in Richtung James Holden schlielt, insgesamt aber doch sehr nett ist. (5/6) Sanomat

Wer die atmosphärische Platte des Monats sucht, der hat sie soeben gefunden. Zwei Tracks wie dampfende Badewannen im nebligen Zauberwald des Lebens. Seite A lässt verhallte Minichords über eine sich nicht wesentlich verändernde Bassdrum-Hihats-Kombination pluckern und schiebt ab der Mitte des Tracks sich drehende, weiche Bassklänge, die hin und wieder in bratzigen und kratzenden Peaks gipfeln. Wirklich klasse. Auf Seite B wird dann schon etwas mehr gefrickelt, Hauptaugenmerk liegt hier auf den Drumsounds, die durch allerlei Filter und Effekte gedreht werden. Im Hintergrund wabern dazu weitere sehr deepe Chords und psychedelische Synthspielereien. Meine heimliche Lieblingsplatte des Monats. (6/6) Sanomat

Eine weitere Split-EP aus dem Hause Liebe*Detail. Für die aktuelle Ausgabe geben sich der momentan in erster Linie durch seine We Are-Releases bekannte Patrik Skoog alias Agaric und der nicht minder bekannte Lawrence die Klinke in die Hand. Agaric bleibt seiner bewährten Linie treu, bastelt einen anfangs darken Minimaltrack, der in der Mitte aber durch sein sehr schönes harmonisches Break aufgelockert, welches als Thema später noch mal auftaucht. Feini! Schauen wir mal was Lawrence so macht. Dieser hat sein Glockenspiel vom Dachboden gekramt, klimpert damit mal leise, mal laut zum angenehm ruhigen Arrangement und ebnet den Weg für insgesamt (5/6) Sanomat

Für die zehnte Ausgabe gibt sich Label-Chefin Anja Schneider persönlich und erstmals ohne die Unterstützung von Sebo K. an die Geräte, um unser aller Lieblingsjahreszeit - dem Frühling - ihren Tribut zu zollen. Dies passiert in Form von zwei wirklich angenehmen Minimaltracks, die durch ihre sehr angenehmen Chords und atmosphärischen Sounds aus der breiten Masse der Minimal-Platten herausragen. Ideale Musik zum Relaxen aber auch zum verträumten Mitwippen auf dem Dancefloor. Sehr schön, Frau Schneider, auf die weiteren 10. (5/6) Sanomat

Stefan Gubatz

VA - Cool Cuts Vol. 3 (Exun 2045)

Die Split-EP Cool Cuts geht in Runde drei, den Anfang machen auf Seite A treffenderweise die B-Siderz, die sehr rudimentäre Bass-Sounds zu nicht wirklich außergewöhnlichen Beatkonstruktionen durch den Lautsprecher schicken. Mal sehen, was denn Seite B zu bieten hat. Ma Saki aus Manchester können mich da schon gnädiger stimmen. Ihr Track “Boston Strangler” ist zwar auch kein großes Ideenfeuerwerk, tänzelt aber nett lächelnd daher und bringt zwischendurch sogar die ein oder andere prägnante Sequenz ins Spiel. Immerhin ganz nett. (4/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Robert Babicz - Markatech (Audiomatique 15)

Robert Babicz hat sein Alter Ego Rob Acid etwas in den Hintergrund gestellt und beschert uns unter seinem bürgerlichen Namen einen weiteren frech dicken und irgendwie fies gemütlichen Schieber, der es aber sowas von hinter den Ohren hat und sich erst subtil anschleicht und dann zwirbelt und gniedelt, was das Zeug hält. Seite B widmet sich dagegen der fröhlicheren Seite des Lebens mit einer Prise Disco, netten tupfigen Basslines und - ach wie schön - der ein oder anderen dezenten Ravetröte. Schick. (5/6) Sanomat

D-Saw, momentan gerade wieder durch das nervöse 10:30-Re-Issue in aller Munde, trifft sich auf einen Tee mit Herrn Huntemann. Entstanden ist daraus ein wirklich druckvoller und hypnotischer Track, der anfangs lässig pulsiert und nach kurzer Anlaufzeit dann so richtig aufdreht, um sich seinen Platz in der Peaktime zu sichern. Argys Remix auf Seite B geht das Thema etwas gelassener an und bleibt gewohnt minimal - mein Favorit bleibt trotzdem das Original. Für den Freund des Endlosloops gibts zu guter letzt noch fünf prägnante Sequenzen aus beiden Versionen, die die Platte komplett machen. (5/6) Sanomat

Tiramisu? erikO tanabE stellt vielleicht Fragen. Ich würd sagen, das ist eine weitere Minimal-Platte, die grundsätzlich vom ersten Track erst mal nicht weiter auffällt, doch überraschend bei Titel 2 charmant auf sich aufmerksam macht. Hier bekommt man leckere Basslines mit zusammengeschnipselten Pads und dicker Beatgarnitur serviert, die dann doch noch - sorry, eigentlich wollte ichs nicht mehr schreiben - gute Laune machen. Die Rückseite begrüßt einen mit dem schon länger nicht gehörten, und nicht wirklich vermissten “The Music just turns me on”-Sample, bleibt dann wieder etwas minimaler als Seite A und gibt sich, auch im Eclat und Prudo Mix einem gepflegten Gefrickel hin, wobei letztere dem ganzen noch eine pluckernde Bassline spendieren. Madrid, wie der Spanier sagt. (4/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Hug - The Platform (K2 12 / Kompakt)

Kein Monat ohne Dahlbäck-Platte. Am drannsten ist mal wieder John alias Hug, der mit The Platform einen sehr funk-orientierten Schieber bringt, den Leute wie Steve Bug sicherlich mit Kusshand nehmen werden. Monotone Basslines und Sounds, die klingen wie die Kasse bei Plus tun ihren Beitrag zu dem sehr funktionellen Track. Auf Seite B gibts dann einen Track, der etwas gradliniger in Richtung Minimal geht sowie eine Art experimentellere Variation des Titelstücks. Gelungen. Gut. Mitnehmen. (5/6) Sanomat

Sechs verschiedene Remixer haben sich ihre Lieblingstracks aus Flinsches letztem Album “Hidden” zur Brust genommen, um diese nach eigenem Gusto zu remixen. Dabei herausgekommen sind größtenteils gelungene Neuinterpretationen, von denen insbesondere die “Five Me”-Version des Hidden-Remix-Contest-Gewinners Sm.Art sowie Holgers eigener Mix von “Loverider” positiv auffallen. Chilliges Minimalfutter im Universal-Paket für jede Lebenslage. (5/6) Sanomat

Stefan Gubatz

DJ Jack Rock - Big Chunks Of Love (Wir 03)

Zuerst war ich der Meinung, Katalognummer drei des sympathischen Kölner Labels wäre die bisher schwächste, doch jetzt, nach mehrmaligem Hören der Seite A kann ich nur sagen: Hut ab, es rockt! “Big Chunks of Love” auf Seite A ist ein mörderischer Stomper, der im zweiten Drittel nervöse Synthi-Lines parat hält, die auf entsprechenden Partys sicherlich für Hände in der Luft sorgen dürften. “Crazy” auf der Rückseite nimmt zuerst Elemente des Titeltracks auf, entwickelt sich dann allerdings in eine wärmere, deepere Angelegenheit. Also Asche über mein Haupt, wieder mal ne tolle Platte. (5/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Rekleiner - Somewhere (Mood Music 41)

Eine gewohnt angenehme Platte aus dem Hause Mood Music. Im weitesten Sinne minimal, aber durch freundliche Chordwechsel mutiger und irgendwie auch niedlicher als die meisten anderen Platten aus dem Genre. Videospiel-Sequenzen sich klimpern mit Unterstützung weicher Pads ins Herz, deren Eindruck Sasse mit seinem Remix auf Seite B noch intensiviert und den geneigten Hörer mit seinem einlullenden Arrangement in eine warme Decke wickelt, die auch bei warmen Temperaturen sehr willkommen ist. Trotz allem fehlt irgendwie eine Kleinigkeit, die beiden Tracks das ganz gewisse Etwas verleiht. Aber hör- und spielbar sind sie auch so allemal. (5/6) Zamboni

Stefan Gubatz

Kaliber (Kaliber 02)

Ich verstehe ja wirklich nicht, warum die Kaliber-Releases bisher sowohl weder Namen der Interpreten noch Tracktitel preisgeben wollen, denn auch Katalognummer 2 bietet wirklich sauberen Minimal-Stuff, der mal eben von 0 auf 100 in der Topliga der aktuellen Produktionen mitspielt. Seite A wäre alleine durch seine umherspringenden 808-Toms ein Ohr wert, doch gerade die etwas später einsetzende Melodie und das gelungene Break machen den Track zu einem Highlight. Track B1 darf sich besten Gewissens den Titel “funky” ans Revers heften und auch der dritte Track schafft eine Punktlandung. Kaliber sollte man wirklich im Auge behalten. (6/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Gui Boratto - Beluga (Audiomatique 14)

Mjam! Knackig, knackig, was Gui Boratto hier aus den Rillen verlautbaren lässt. Sehr druckvolle und auch 1 a arrangierte Gute-Laune-Nummern des brasilianischen Producers, die diese Saison auf jeden Fall noch öfter zu hören sein werden. Speziell der Titeltrack “Beluga” hat es mir irgendwie angetan, der nicht nur tolle Harmonien und Basslines parat hat, sondern durch gelungene Melodie-Motive schon fast etwas Hymnenhaftes in sich birgt. Fein gemacht. (6/6) Sanomat

Ach wie schön, eine neue Jackmate-Platte. Zusammen mit Oz aka DJ Highfish schmettert er hier einen Good-Life-inspirierten Minimal-Stomper übers Vinyl, der einfach Spaß macht und trotz seiner einfachen Instrumentierung dem meisten aktuellen Stuff um Längen voraus ist. Auch der Tracktitel “Short Life” suggeriert so etwas wie eine Art Tributabsicht. Seite B klingt ebenfalls äußerst professionell und so, als wüssten die Interpreten ganz genau, wie sie ihre Waffen einsetzen können, um geballte Aufmerksamkeit auf dem Floor auf sich zu ziehen. Sehr gut, sehr gut, mehr davon. (6/6) Sanomat

Stefan Gubatz

ND - Verstehen Sie Bass (Micro.Fon 05)

Spaßvogeltitel für nicht ganz so spaßvogelige Musik, was aber nicht heißen soll, dass die drei Tracks von Andreas Öhmisch nicht irgendwie nett wären. Der Titeltrack ist prinzipiell erst mal nicht mehr als eine breakige Electro-Drums- und Bassline-Kombination, die ab der zweiten Hälfte den Einstieg in den bewährten Four-To-The-Floor-Rhythmus findet. Könnte im Club ganz gut funktionieren. Die beiden anderen Tracks sind schon eher gewöhnlichere, aber nicht minder funktionelle Minimal-Tracks, die sicherlich auch ihre Freunde finden werden. (4/6) Zamboni

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