Archive for the 'Techno' Category

Stefan Gubatz

Rozzo - Meta Tracks Vol.1 (Track Down 033)

André Schmid funky as ever. Seite A schickt heftig shuffelnde Chord-Stabs über den tighten Beat, der sicherlich nicht nur meinen Fuß lustig rauf und runter wippen lässt. Den komplexeren Track, der nicht mehr ganz so zwingend ist, bietet Seite B. Für diese hat Herr Rozzo seine 606 mal wieder aus dem Keller geholt und blickt mit der komplexen Drumprogrammierung vorsichtig in Richtung Detroit, während die Chords in der Zwischenzeit längst das Ticket nach Motor City besorgt haben. Schick. (5/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Jens Zimmermann - Compression (Snork 016)

Und noch mal Jens Zimmermann, diesmal deutlich griffiger als der 16x-Teaser. Die A-Seite namens “Audio61_08″ ist ein herrlich kalter und deeper Technotrack, der in erster Linie von seiner detroitigen Chordline lebt. Ansonsten wird eigentlich nur ein bisschen gefiltert und hier und da die Lautstärke der einzelnen Elemente variiert. “Compression” auf Seite B ist dann ganz wie der Name verspricht ein ziemlich drückender Minimal-Track, der sehr subtil kleine knabbernde Soundinsekten aus irgendwelchen Erdlöchern holt. Gefällt. (5/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Jens Zimmermann - Audio08 (Snork 16x)

Ich bin mir einfach nicht sicher. Neigt Jens Zimmermann zum Verarschen? Nach seinen (mir zugegebenermaßen sehr zusagenden) Hi-Freaks-Nummern kommt nun ein weiteres rätselbehaftetes Vinyl. Dieses ist nur einseitig bespielt, heißt “Audio08″ und bietet über genau 10 Minuten eigentlich nur einen 909-Beat, der annähernd gar nicht variiert wird. Quasi als Höhepunkt der Nummer gibt es zwischendurch ein paar Sinus-Sweeps, die vermutlich jeden in die Extase treiben. Oder auch nicht. Oder doch? Hm. Mir gefällts trotzdem irgendwie. (4/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Jack Rock - Filter Games (Arti Farti 007)

Jack Rock hat nicht nur einen coolen Namen, kommt aus Dänemark, sondern ist auch dafür bekannt, Konventionen auch mal links liegen zu lassen. Im Falle von “Filter Games” macht sich das so bemerkbar, dass die Bassdrum kaum noch wahrnehmbar und dementsprechend primär erst mal eher ungeeignet für ekstatische Clubnächte zu sein scheint, dennoch kratzt die heftige, jackende Bassline mächtig an den Nerven und drängelt sich mit einer unglaublichen Arroganz direkt in den Mittelpunkt der Nacht. Die Promoinfo meint irgendwas von “Ugly Funk Monster” und genau das ist es auch. Der nicht minder jackende Rune RK Remix auf Seite B fügt dem Ganzen noch eine Prise Dancefloorkompatiblität hinzu, die Bassdrum wird wieder prägnanter und auch das allseits beliebte Glitch-Plugin darf noch mal ran. Auf die zusätzliche Melodie hätte ich persönlich zwar verzichten können, aber zieht den wirklich guten Originaltrack und den ebenfalls sehr gelungenen Remix nicht sonderlich runter. Insgesamt ne sehr feine Platte. (6/6) Sanomat

Über die Ambitionen des 2006 wiederbelebten Labels Harthouse kann man sich nur freuen. So nach und nach kommen wieder alle Protagonisten aus den goldenen Techno-Zeiten ins Boot und stellen eindrucksvoll unter Beweis, dass sie immer noch wissen, wo der Hammer hängt. Aktuelles Beispiel: Joey Beltram. Den kennt man zwar in erster Linie von R&S, Tresor oder Transmat, doch hat sein neues Release durchaus das Zeug dazu, ihn zukünftig auch als einen der führenden Harthouse-Acts zu sehen. “Shaking Trees” heißt das gute Werk und stellt direkt mit der A-Seite so ziemlich alles in den Schatten, was in Technowelt in der letzten Zeit veröffentlicht wurde. Anfangs macht sich eine energische 303-Line zu dreckigen Drums breit und wird dann ziemlich schnell begleitet von allerlei hochdramatischen Strings, Bässen, warnenden Signalsounds, LFO-Modulationen, Rauschen, Videogame-Sounds und an den Nerven zerrenden Flächen, die dem Track eine Intensität verleihen, die man vielleicht im Ansatz von Audions “Mouth to Mouth” kennt, in diesem Fall aber noch einiges draufsetzt, so dass ich mich doch sehr täuschen müsste, wenn dies nicht der ganz große Hit des Winters wird. Shaking Trees? Ich könnte mir noch ganz was anderes dazu schütteln. Als Zugabe gibts auf Seite B noch einen etwas minimaleren, schwebenden Track, der wie eine etwas gradlinigere, bösere Version diverser Matthew Jonson-Tracks klingt. Auch wirklich gut, aber hey – die A-Seite! Hammer. (6/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Brett Johnson - Big Boy EP (Resopal 062)

Kaum ist meine Resopal-Schelte aus der letzten Ausgabe verklungen, schickt sich besagtes Label an, um noch einen draufzulegen, damit weder ich noch irgendwer sonst jemals wieder das böse Wort “Mittelmäßigkeit” in den Mund nehmen müssen. Okay okay, einigen wir uns bei der neuen Brett Johnson-Platte namens “Big Boy” einfach auf: “meine Fresse, die Bassline des ‘Run in Place’-Dub-Mixes rockt trotz ihrer derb-frechen Banalität alles in Grund und Boden”. Eigentlich könnte man sein Set nach dieser Platte eigentlich schon wieder beenden – alles ist gesagt, da kommt jetzt auch nichts mehr, was man jetzt noch spielen müsste. Auch nicht das Original von “Run in Place”, dieses addiert noch einige schräge Synths dazu, die die Nummer etwas in Richtung Vollprogramm drehen; geht vollkommen okay, wirklich zwingend ist das alles aber nicht. Ebenso die eigentliche A-Seite namens “Purple” – eine nette House-Nummer, die man für lau natürlich auch noch nimmt, aber hey… diese Bassline… hach. (5/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Ferenc - Zambomba (Kompakt 181)

Immerhin gibt es auch bei Kompakt gewisse Künstler, auf die man sich verlassen kann. Ferenc wäre so einer. Die A-Seite namens “Zambomba” schickt angenehm kalte Chords auf die Reise durch eine herrlich oldschoolmäßige Drumprogrammierung (inklusive ausgiebiger Crashbecken-Benutzung, yeah!) und drückt dazu sogar noch eine herrlich kantige Bassline zwischen die Sequenzen, die den Track zu einem sexy Hit des Winters machen werden. Jawohl meine Herren, so geht das. Die gleichen Chords dürfen auf Seite B auch noch einmal ran, jacken aber etwas mehr und werden von allerlei weitem und weißem Rauschen unterstützt und bekommen sogar noch Gesellschaft von den in letzter Zeit etwas in Vergessenheit geratenen 909 Open HiHats. Etwas für vorwärtsgewandte Nostalgiker. (5/6) Sanomat

Seien wir mal ehrlich, die goldenen Zeiten der Speicher-Serie sind vorbei. Wo sind die Visionen? Wann wird mal wieder mit Messern gespielt und wann dürfen sich die Mädchen endlich wieder vor Angst in die Hose kacken? Bei Motor jedenfalls nicht, immerhin kommen letztgenannte Damen dabei langsam wieder in Kuschellaune. Ist ja vielleicht auch ein bisschen angenehmer für die traute Zweisamkeit. Der Track “Ice”, der vielleicht auch in ähnlicher Form von The Field hätte kommen können, wabert ganz angenehm durch die Atmosphäre und wird auch nicht rot, wenn man ihn als trancig bezeichnen würde. Auf der B-Seite namens “Ironik” hört man dann allerdings wieder, wie man es eigentlich nicht macht. Jemand, der nicht singen kann, tut eben das trotzdem und intoniert ein leierndes “Aaaaaaah” auf einen sägenden Bass und eine ich-kanns-nicht-mehr-hören Triolen-Melodie. Immerhin zeigt der Promotext Mut zur Selbstkritik: “…wenn wir Glück haben, dann läuft nächstes Jahr wieder spannendere Musik”. Das wäre doch sehr zu hoffen. (3/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Pasquale Maassen - Not Renamed EP (rnmd01)

Als wäre die gute alte Schwedentechno-Zeit mit Beyer, Krome, Mull, Lekebusch und wiesiealleheißen nie zu Ende gegangen kommt jetzt urplötzlich eine Platte auf dem neuen Label “Renamed” daher, die genau dort weitermacht, wo andere Protagonisten irgendwann angefangen haben, in Richtung Minimal zurückzuschrauben. Die fünf hier enthaltenen Tracks knüppeln mit einer gesunden Härte voran, sind dabei aber intelligent produziert und sorgen im Gegensatz zu manch anderen Exemplaren der aktuell erhältlichen härteren Technomusik für reichlich Abwechslung. Mein Favorit ist das sympathisch wubbelnde “Zusammen” auf B2, das ein bisschen so klingt, als wäre der altehrwürdige Modernist bei der Produktion seiner Platte “Dali Bop Horizon” auf ganz seltsamen Sachen hängengeblieben. Und auch sonst rumst und scheppert es, dass es eine Freude ist. Wer also beispielsweise die neonbehoste Hardtechno-Crowd überraschend mal mit ein bisschen Qualität verwirren möchte, liegt mit dieser Platte genau richtig. And tonight we´re gonna party like it´s 1997. (6/6) Sanomat

Brett Johnson und Matthias Schaffhäuser machen ne gemeinsame Sache auf Resopal – da bin ich doch gerne dabei. Auf Seite A legt Johnson mit “Gypsy Love” eine fröhliche und dank seiner verschiedenen Gitarrenmotive überraschend sommerliche House-Nummer hin, die mich in Ansätzen vielleicht an Akufen (was macht der eigentlich?) erinnert, obwohl das eigentlich Quatsch ist. Man muss ja auch nicht immer alles irgendwie vergleichen wollen. Matthias Schaffhäuser gibt sich auf Seite B deutlich minimaler. Dort dreht sich alles um eine atmosphärisch dicht modulierte Chordline, die von pluckernden Drums unterstützt wird und im Kompletteindruck ebenfalls sehr gefällt. Schöne Platte, die Resopal (Red) endlich wieder etwas aus der Mittelmäßigkeit hebt. (5/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Jesper Dahlbäck - You Love (Blank Ltd. 014)

Jesper Dahlbäck loves the Acid. Das weiß man ja schon geraume Zeit und wenn da überraschend eine neue Blank Ltd. um die Ecke kommt, werden sich allerorts Hände gerieben und Plattennadeln entstaubt. Leider quietscht und blubbert es auf zwei der hier vorliegenden drei Tracks nicht wirklich so, wie man es von ordnungsgemäßen Acidplatten erwarten darf, “Chicken Lover” und “Smiling in Love” sind vielleicht ganz nette Nummern für zwischendurch, aber reißen mich zumindest jetzt nicht so vom Hocker. Auf “I Love Water” kann ich mir dann aber endlich wieder das T-Shirt mit dem fett grinsenden gelben Smiley anziehen, denn dort packt Dahlbäck eeeendlich wieder seine 303 an und man merkt, dass er bei diesem Track ganz eindeutig am meisten Spaß hatte. Die originellen Vocals die dazu unermüdlich die Vorzüge von Wasser propagieren tun dazu ihr übriges. Und natürlich kauft man die Platte alleine wegen dieser Nummer. (5/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Non Standard Institute - Squelch (NSP 04)

Wenn sich Max Loderbauer von Sun Electric und Tobias Freund von Sieg über die Sonne zusammentun um Musik zu machen, klingt das ganz genau so, wie man es erwarten kann – nämlich sehr spannend. Die vier Tracks der Squelch-EP liegen irgendwo zwischen experimentellem Ambient-Techno, abgedrehten Elektronikspielereien und hochinteressanter Klangforschung. So sticht ganz besonders der B1-Track “Risset” heraus, der eigentlich nicht viel mehr ist als ein einfacher Bassdrum-Snare-Loop, der immer schneller wird, dann aber ab einem gewissen Tempo seltsamerweise nur halb so schnell wirkt, dann wieder schneller wird und so weiter und so fort. Vor tanzwilligem Publikum garantiert unspielbar, aber genau deswegen so gut. Für mich eine der besten Platten des Jahres. (6/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Tim Green - Revox (Dirtybird 017)

Scheinen alles Spaßvögel zu sein, da drüben bei Dirtybird. Denn auch die neue Katalognummer namens “Revox” des britischen Producers Tim Green, kommt nicht ohne die ein oder andere Albernheit inmitten des wie erwartet druckvollen Arrangements aus. In diesem Fall prägnantestes Element ist der stark an THX-Kinotrailer erinnernde Casio-Chord, der mich selbst an meinem kleinen Musikhör-Schreibtisch in Euphorie ausbrechen lässt. Klasse! Knaller! Gaaaaaanz groß! Und wehe, das wird nicht die Platte des Monats! Auch der Remix des alten Dirtybird-Recken Justin Martin auf Seite B lässt sich nur als hochkarätig bezeichnen, dieser drückt aber zusätzlich noch einen derartig tiefen Bass rein, dass sich die Mädels vor Angst in die Hose kacken. Ihr wisst schon. Großartige Platte! (6/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Marco Remus - Dunkle Nacht (Steckdose 001)

Alte Sprichwörter, neu entdeckt: Ich glaub, mein Hamster bohnert! Die Grande Dame des Hardtechno erfindet sich neu, drosselt das Tempo um mindestens 15 Beats und gibt mit diesen drei “Steckdose”-Erstlingen eine Richtung vor, von der manch einer vielleicht sagen mag: aha, der Remus macht jetzt auch minimal, wa? Dennoch sind diese drei Stomper aber in ihrer Konsequenz einfach nur auf den Punkt und rütteln sicherlich so manch einen Puristen ordentlich durch. Irgendwie isses minimal, irgendwie isses trotzdem hart (lange nicht mehr so viel Unwohlsein im Magen gefühlt!) und heraus kommt heftiger Minimaltechno bei dem einem einfach das Blech wegfliegt und man sich fragt, ob man das nun gut finden soll bzw. darf. Aber man darf. So irgendwie auch noch nicht gehört, aber mit Sicherheit eine Blaupause für allerlei Produzenten, die sich eingestehen müssen, dass auch ursprüngliche Ballerer auch etwas von ihrem Job verstehen und in der Lage sind, elektronische Musik weiterzubringen. (6/6) Sanomat

Obwohl sich so manch einer beim letztjährig erschienenen Peter Horrevorts-Album “Evolver” vor Begeisterung regelrecht überschlagen hat, hat mich dieses wegen seiner fehlenden Dreckigkeit leider nicht so wirklich erreicht. Abhilfe schaffen jetzt die Remixe der Herren Johannes Heil sowie Fritz Zander und Sven von Thülen, besser bekannt als Zander VT. Heil beweist auf Seite A eindrucksvoll, dass er immer noch in der Lage ist schnörkellosen, drückenden und bratzigen Techno zu produzieren. Denn obwohl auf den neuneinhalb Minuten gar nicht viel mehr passiert als dass eine einfache Drumbegleitung nach vorne marschiert und eine triolisierte Bassline ab und zu “schniirg” macht, sorgt die Nummer mit Sicherheit nicht nur bei mir für mächtig Euphorie. Für Leute, die es lieber etwas filigraner haben, kommt der Zander VT Mix von “Oorsprong” daher, der über achteinhalb Minuten Chords noch und nöcher droppt und sich somit seinen Platz im Herzen so manchen Neo-Detroit-Freunds sichern kann. Kann sich hören lassen! (5/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Ekkohaus - Amoeba (Cargo 005)

Atmosphärisch sehr dicht und ausgesprochen funky kommt “Amoeba” des Griechen Kostas Tassopoulos alias Ekkohaus um die Ecke. Unterstützt von einer mörderisch tiefen Subbassline schlurft der Track derartig lässig über den Boden, dass man umgehend seiner Putzfrau kündigen möchte, gesetzt den Fall man hat eine. Die Remixe auf Seite B besorgt einmal mehr Andreas Wiegand aka Andomat 3000, den man besten Gewissens als Mann der Stunde bezeichnen kann (warum haben wir eigentlich noch kein Feature über diesen Herrn im Heft gemacht?). Dieser kommt einmal in einer noch viel reduzierteren, fast ambientösen Waber-Version sowie einem percussionlastigen Mix, der sich nahtlos in seine durchweg gelungenen Produktionen der letzten Monate einreiht und dem Original fast noch die Show stiehlt. Sehr gute Platte. (6/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Zimmermann - Zimmermann #2 (Hi Freaks 13)

Okay Freunde, so langsam sollte es wirklich jeder verstanden haben: Minimal ist durch. Feddich aus. Packt eure Abletons und Glitch-Plugins wieder ein, ist gut jetzt. Neuer Kalif anstelle des Kalifen ist nun also: Mini-Minimal. Platten, auf denen rein gar nichts mehr passiert. Siehe Sog auf Speicher, siehe Rekorder 10 und siehe nun also auch Zimmermann #2. Und verdammt noch mal – ich finds geil! Der Bass wabert hier derartig subtil und tief am absoluten Limit und alles, was sich dazugesellt, sind metallische Bürstesounds und elektronische Blips. Womöglich auch gut kombinierbar mit diversen Monolake-Platten. Ich möchte natürlich nie in einen Club stolpern, in dem diese Nummer zur Peaktime gespielt wird, aber zu Hause und auf der privaten Chillout-Session mit 4/4-Untermalung kann die Platte ganz schnell zum idealen Begleiter werden. Herr Zimmermann, wir verstehen uns! (5/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Russ Gabriel - Konacno (Pariter 006)

Ach, es ist doch herrlich, wenn man eine Woche nicht im Büro war und feststellen darf, dass sich noch niemand die neue Pariter-12″ unter den Nagel gerissen hat. Die “Ferox Classics”-EP war letztes Jahr eine meiner liebsten Releases und während Russ Gabriel bei besagter Platte lediglich für die Auswahl der Tracks zuständig war, darf er jetzt also zwei mal selbst ran. Gleich die erste Nummer namens “Reperholung” ist ein zeitloser und deeper Builder, der nicht nur fleißig den hier ausgesprochen seidig klingenden 909-HiHats huldigt, sondern auch die detroitschen Tugenden in Form behutsamer Chords und zarter Strings hochhält. Zwölfeinhalb Minuten seiner Zeit kann man gar nicht besser investieren. Auch für “Three Fifty One” sollte man sich noch mal ein ähnliches Zeitfenster gönnen, denn auch hier nimmt Gabriel den Hörer auf eine lange Reise durch seinen entspannt schwingenden Soundkosmos und man wünscht sich, dass man anschließend direkt noch mal einsteigen darf. (6/6) Sanomat

Hui, mit “Bingo” liefern die beiden Italiener Alessio Mereu und James Venturi einen ziemlich treibenden und kräftig White Noise-geschwängerter Track ab, der anfangs dank angezogenem Tempo und druckvoller Produktion schon so manchem die Schuhe ausziehen wird. Reicht das noch nicht, gibt es in der zweiten Hälfte eine stark an kraftwerksche Produktionen erinnernde Melodie obendrauf. Das ist schon mal schick, aber noch lange nicht genug. Auf Seite B gibt es gleich noch einen weiteren Track namens Bingo hinterher, welcher ebenfalls mit angenehm monotoner Instrumentierung und drückendem Klangbild punkten kann. Ein glücklicher Mensch ist derjenige, der gleich zwei Exemplare des Vinyls gekauft hat und beide Nummern direkt hintereinander spielen kann, die Crowd wird es definitiv danken. (6/6) Sanomat

Stefan Gubatz

Butch - Mushroom Man (AFU LTD 13)

Na gut, nüchtern betrachtet ist “Mushroom Man” gar nicht viel mehr als ein stampfender Techno-Track von der Stange, der in erster Linie von seinen Super-Mario-Feuerblume- und -Hüpf-Sounds lebt. Dennoch bleibt die Nummer irgendwie hängen und wenn man in seinem Set plötzlich die Lust verspüren sollte, mal ne grenzwertig alberne Nummer zu spielen und sich seinerzeit für Samims Heater auch schon nicht zu schade war, dann sei der Griff zum Vinyl sogar regelrecht empfohlen. Auf Seite B gibt es zusätzlich noch zwei Nummern, die mit dem dicken Klempner (leider?) nichts weiter zu tun haben. “Tickles” bedient sich dennoch weiterer Comic-Sounds und auch “Botanik” nimmt sich dank Geister-Theremins selbst nicht wirklich ernst. Am prägnantesten bleibt allerdings der Titeltrack. (4/6) Sanomat

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