Seit Daniela Stickroth meine Ohren letzten Monat doch sehr für das Label Meerestief sensibilisiert hat, waren meine Erwartungen an Katalognummer 004 der Limited Reihe, für die sich diesmal Five Green Circle verantwortlich zeigt, entsprechend hoch. Aber glücklicherweise wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil – die vier Tracks auf dieser 12″ kommen deep und atmosphärisch daher, wie der Name Meerestief eigentlich auch impliziert und insbesondere der Xhin Remix des Tracks “Ronan´s BBQ”, der prinzipiell noch am ruhigsten von allen bleibt, hat es mir mit seiner harmonischen Grundstimmung einfach angetan. Zwar begeben sich die anderen drei Tracks immer mal wieder auf dünneres und somit auch gewöhnlicheres Durchschnitts-Minimal-Eis, aber mit so einem Remix im Gepäck kann eigentlich gar nichts passieren. Sehr angenehm. [5/6] Sanomat
Zwei sehr schöne Minimaltracks, von denen mich insbesondere “Chest in the Attic” auf B1 regelrecht umhaut, wirft Daniela Stickroth hier in die Runde, um diese von Dan Berkson & James What sowie Pablo Akaros anständig remixen zu lassen. Berkson & What machen aus dem etwas beliebigen “Ghost in the Attic” von A1 eine eigenständige und für sie typische Nummer, die ganz klar die Vormachtstellung auf der Logoseite für sich beansprucht. Schick. Pablo Akaros versucht sich auf Seite B an einem angemessenen Remix von “Chest”, kommt aber an die Klasse des Originals nicht heran, obwohl seine Version auch alles andere als schlecht ist, aber leider etwas mupfelig klingt. Ich bleibe beim Original und vergebe für dieses und den gelungenen Berkson & What Remix [5/6] Sanomat
Die Tür geht auf, der junge Berliner “Red Kite” kommt rein und sagt: Guten Tag, meine Herren, ich hab einfach mal ein paar Tracks geremixt – wie wärs denn mit diesen zwei schicken Interpretationen von Remutes “Super Mario Was My Most Important Teacher”? Oder vielleicht doch lieber “I Know” von Luus? – Lass mal hören, sagen die Chefs von Gastspiel Records, aha, hmhmm, soso, insbesondere der “Super Mario”-Remix hört sich ja wirklich schnieke an, besonders die flirrenden Akkorde am Ende sind klasse. Und die anderen beiden Tracks… mjo, so klingt Minimal heutzutage eben, was? Haha! Aber komm, das machen wir doch mal schick zu ner 12″. Aber demnächst lieferst du uns mal eigenes Zeug, ja? Dann machen wir auch mal ne reguläre Platte mit deinen Tracks. “Hurra” sagt Red Kite da, hüpft nach Hause und setzt sich an seinen Sequenzer. [4/6] Sanomat
Ich würde mal behaupten, Dan Berkson und James What können als Blaupause für den momentanen Poker Flat-Sound herhalten, denn die Richtung, die beide mit ihrem Erstling “The Dig” eingeschlagen haben, halten sie auch auf “Cantina” akkurat ein – genau so wie beispielsweise Guido Schneider, der ja ebenfalls dem düsteren und eher kalten Minimal-Sound verfallen. Organisch pluckernd hinterlassen die drei Tracks ihre Tupfen in Ohr und Gedächtnis, wo insbesondere der Titeltrack “Cantina”, der monoton und mit kleinen Melodien seinen Dienst verrichtet, hängenbleibt. Der atmosphärischste Track des Duos bisher befindet sich allerdings auf B1, “Mescaline Circus” beinhaltet sogar kurze Flächensounds und so etwas wie eine freie Interpretation des Moll-Akkords. Nicht uninteressant und mit Sicherheit wieder ein Pflichtkauf für Anhänger der Stilrichtung und solche, die es werden wollen. [5/6]
Mensch, da hab ich wirklich lange nicht mehr bei Sub Static reingehört und jetzt kommt plötzlich Shonky daher und zieht mich mit dieser hypnotischen Nummer, die klingt, wie eine wildgewordene Alarmanlage, in seinen Bann. Als Mitproduzent von Jennifer Cardini weiß man ja, was Shonky so drauf hat, aber – Freunde! – die A-Seite ist einfach ein psychedelischer Hammer und treibt wahrscheinlich nicht nur mich in den Wahnsinn. Seite B ist übrigens auch nicht zu verachten, hier gehts zwar etwas gesitteter zur Sache, trotzdem kann auch dieser Minimaltrack mit Triolen-Bassline und Kraftwerk-Anleihen (höre ich da die “Nummern”-Stimme “Eins” sagen?) überzeugen. Im Idealfall in Verbindung mit Audions “Mouth To Mouth” zu verwenden. [6/6] Sanomat
Der 25jährige Japaner Takuya Morita, der gerade erst zwei EPs auf Morris Audio und CMYK veröffentlicht hat, kommt hier mit vier sehr funky Minimal-Tech-Nummern, die stilistisch irgendwo zwischen Theodor Zox und Akufen liegen. Großen Wert legt Morita auf anständige Verhackstückung von Sample-Schnipseln, die er elegant zwischen ausgekügelten Drumpattern ihren Dienst tun lässt. Manchmal vielleicht etwas durcheinander, aber auf dem Floor werden die Tracks ihre Wirkung garantiert nicht verfehlen. Meine Empfehlung: “Funky Bounce” auf A1. [4/6] Sanomat
Schicker Remix von Warren Gs 2005er Track “Get U Down” auf diesem sexy orangefarbenen Vinyl. Loco Dice weiß einfach, wo der Frosch die Locken hat und transferiert das Original ziemlich freizügig und groovy in den TechHouse-Kontext, dass sowohl die Ladys ihre Kisten nach allen Regeln der Kunst schütteln und auch die Jungs sich nicht zu fein sind, die ein oder andere Sohle aufs Parkett zu legen. Zwar nur einseitig bespielt, aber das sollte niemanden davon abhalten, seine Kohle für dieses schicke Nümmerchen lockerzumachen. [6/6] Sanomat
Ums kurz zu machen - auf Seite B grooven zwei sehr dick produzierte Minimal-Schieber um die Wette, von denen insbesondere B2, “Steal The Medical Supplies”, mit einer massiven 303-ähnlichen Bassline Punkte sammeln kann. Aber nicht ohne Grund habe ich Seite A bisher ausgelassen, denn wie heißt es doch so schön – das Beste kommt wie immer zuletzt. Zum knackigsten Sound trommelt eine doppelte Bassdrum sehr easy geradeaus und lässt sich wie ein feister Pascha von kraftwerkschen Elektrosounds den Hintern tätscheln. Dazu pluckern Minimelodien ein lustiges Lied und auch die Schublade mit den Klackergeräuschen wird kurz aufgemacht. Da kann man natürlich auch viel falsch machen, aber Linzatti macht glücklicherweise das meiste richtig. Also dann, Herr Doktor. [5/6] Sanomat
Mjam, leckere Platte von Herrn Martiniq. Seite A fängt harmlos mit seinen kleinen Mono-Chords über regelrecht rudimentärer Drumbegleitung an, steigert sich dann aber ständig und mündet, von diversen Breaks unterbrochen, in rauschigen und mehr oder minder verspielten Klangextasen. Auch Seite B widmet sich tragenden Stabs, bleibt aber deutlich minimaler als der Titeltrack. Vielmehr legt Martiniq hier sein Augenmerk auf ausgeprägte Drums und perkussive Sounds, nicht zu vergessen allerdings die schwebende Fläche, die dem Track eine gewisse Leichtigkeit verleiht. Wird gern genommen. [5/6] Sanomat
Die aufwändigste Verpackung des Monats bringt Katalognummer 1 des neuen Labels Meadow Lark mit. Die leicht überdimensionierte Plastikhülle zieht zwar ruck-zuck die Aufmerksamkeit auf sich, genau so ruck-zuck zerknüllt sich das Teil allerdings in genormten Aufbewahrungsbehältnissen von selbst. So viel Effekthascherei hat die Platte dabei gar nicht nötig. Die drei Versionen von Modern Heads´ “Gliding” sind nämlich regelrechte Liebhabe-Nummern, die Originalversion legt sehr viel Wert auf breite Flächenklänge, die zum Glück weit davon entfernt sind, zu kleben. Dazu klimpert ein schöner Melodiesound glücklich machende Sequenzen. Tolles Original. Der Hypnotherapy Mix auf B1 fügt dem ganzen sogar noch eine Idee mehr Deepness hinzu. Beim Remix von Pig & Dan auf B2 will sich mir der Bezug zum Original erst mal gar nicht so sehr herstellen, mit “Run Away” Vocal-Sample und komplett neuem Arrangement hält sich ihr Remix sehr frei ans Original, lediglich kleine Melodieüberbleibsel gibts hier und da zu hören, was aber kein Nachteil sein soll. Schönes Debut. [6/6] Sanomat
Die sechste Ausgabe der gesichts- und namenlosen Rekorder-Serie liegt auf dem Teller und schickt wieder mal drei stimmige Minimaltracks in die Atmosphäre, die sich von der Grundstimmung her alle recht ähnlich sind. Vielleicht liegts einfach an dem Gesamtkonzept der Serie, die Thematik liegt jedenfalls bei Vintage-Drumcomputern mit viel weißem Rauschen, kurzen und scharfen Sägezahn-Spots und unzähligen Farfisa-Sounds die im Gesamtsound einfach passen. Sehr deepe Angelegenheit und insbesondere B1 hat das Zeug, sich noch lange auf den Turntables dieser Welt zu drehen. [5/6] Sanomat
Ich habe mir sagen lassen, es gibt genau so Wasser in Mexiko wie es auch Bier auf Hawaii gibt. Daher ist es aber auch vollkommen legitim, dass Sean O´Neil alias Someone Else eine Platte über diese Tatsache macht. Diese lässt eine wunderbar warme Bassline über ein Konstrukt aus lustig voranpluckernden Drums, seltsam durch den Wolf gedrehten Vocal-Samples und rhythmisch platzierten Fahrstuhl-Geräuschen laufen. Ganz fein soweit, hier und da wäre aber manchmal weniger mehr gewesen, zumindest die A-Seite hat einen leichten Hang zum Durcheinander. Wesentlich aufgeräumter präsentiert Marek Hemmann seinen minimalen Mix auf der Rückseite, der nicht nur neue Drums und eine tänzelnde Bassline parat hat, sondern mit seinen immer wieder eingestreuten Breaks einfach cool rüberkommt. [5/6] Sanomat
Ach, ich bin so einfach gestrickt, mit detroitigen Basic Channel-Chords kann man mich doch immer irgendwie packen. Ich glaube zwar nicht, dass diese Tatsache Sebo K. dazu gebracht hat, seinen Mix von GummiHzens “Isolate” mit eben diesen Elementen und einer gehörigen Portion Oldschool-Charme zu bestücken, aber seis drum - höchst sympathischer, deeper Mix, der sich sicherlich noch eine Weile auf meinen Tellern drehen wird. Im Gegenzug dazu lässt sich Sebo auf Seite B von Prosumer in die Mangel nehmen, der aus seinem “Moved” eine nett klimpernde, leicht uptempo treibende Nummer bastelt, die beweist, dass Prosumer eben nicht nur singen kann. [5/6] Sanomat
Ich habe mitgezählt, 150 Gründe mich beißen zu lassen habe ich nicht gefunden, aber dafür reichen auch schon vier gute Gründe, die allesamt auf der Esperanza Nummer 3 versammelt sind. Das Original ist sehr minimal gehalten, groovt aber sehr gut und der Bass drückt sehr punktuell und mit Schmackes in die Magengegend. Wäre auch auf Poker Flat gar nicht soo verkehrt. “Space Juice”, der zweite Track von Savoretti geht noch einen Schritt weiter und gibt sich den Kratze- und Bürstesound-Spielereien hin, was auch sehr in Ordnung geht. Richtig geil wirds aber erst auf der Rückseite beim Marc Houle Remix; dessen Remix packt eine sehr viel prägnantere Bassline aus und legt einen derartig funky und fetten Mix hin, dass auch Ryan Crosson, der zum Schluss für Mix Nr. 3 sorgt, eingestehen muss: Marc Houle gewinnt - und das nicht zu knapp. [6/6] Sanomat
Diese Platte liegt schon ein paar Wochen neben meinem Plattenspieler und jedes Mal, wenn ich zufällig dran vorbeilaufe, denke ich mir: ach komm, spiel die B-Seite doch noch mal! So passiert es dann auch meistens und während mich Pikaya mit dem leider eher lahmen “Grüne Raufaser” auf Seite A gar nicht anmachen will, ergötze ich mich an den monotonen Bass- und Beatkonstruktionen von Andomat 3000 & Jans “Entr´acte Music” und stelle mir vor, wie fein dieser Track doch in eine Vielzahl von deepen Tanzsituationen passen könnte. Feines Ding. [5/6] Sanomat
Ich gebs ja zu, ich habe mich in der Vergangenheit mit Absicht vor Minilogue gedrückt, weil ich dachte: gehypter Quatsch, ehemalige PsyTrancer machen jetzt Minimal, jaja, deine Mudder. Trotzdem ist es mir in den letzten Tagen gleich zwei mal passiert, dass ich beiläufig Musik gehört habe und unbedingt wissen musste, was da läuft. Im ersten Fall war es “City Boy” von Minilogue (zu finden auch auf der neuen Crosstown Rebels-CD, checkt mal unsere Compilation-Abteilung), bei Fall 2 handelte es sich um “Hitchhikers Choice” von – na klar: Minilogue. Beide Tracks sind für sich einzigartig, ob es nun das eindrucksvolle Arrangement, die Soundauswahl und -bearbeitung ist (da macht den beiden Jungs kaum jemand was vor!) oder einfach nur der Gesamteindruck der Stücke selbst, ich bin komplett von den Socken und habe mir ganz dick hinter die Ohren geschrieben, dringend die anderen Minilogue-Releases aufzuarbeiten. Der dritte schmusig-schöne Track “Small Town Beauty” macht das tolle Paket komplett und hinterlässt mich perplex wie fasziniert. Wunderschön. [6/6] Sanomat
Kenny Leaven fühlt sich würzig und setzt natürlich alles daran, dies auch dem geneigten Hörer per Vinyl mitzuteilen. Der Titeltrack ist in der Tat wie das Salz in der Suppe - ach was sag ich, wie ne Ladung Salz, die gegen alle Suppen dieser Welt klar gewinnt. Nervös wabert eine bassige Synthline durch den Track, Akzente setzt zudem eine Melodie, die einfach im Ohr hängenbleibt. Der Track ist kurz und knapp gesagt ein ziemlicher Peaktime-Garant, der einfach nichts anbrennen lässt. “Feed me Better” auf Seite B ist im Gegensatz dazu wesentlich minimaler gehalten und erinnert durch diverse schaurige Flächen an die Geisterwelten in Super Mario World. Auch schick, aber insbesondere Seite A sollte man definitiv im Auge behalten. [6/6] Sanomat
Der Jungspund Florian Meindl, der zuletzt für die wirklich gelungene Sputnik EP auf Stil vor Talent verantwortlich war, gibt mit den zwei Tracks “Milk in Tea” und “Tamiflop 2″ seinen Einstand auf Trapez und auch hier zeigt der 20jährige Ober-Österreicher, dass ihm in Sachen knackigem Minimal mit leichten Klimper- und Klacker-Attitüden niemand so schnell was vormacht. Insbesondere der subtile Bass, der unter beiden Nummern seine unermüdliche Arbeit verrichtet, sorgt für ordentlich Druck auf dem Tanzflur. Darüber, dass die Platte sicherlich von einigen Big Playern mit Freude aufgenommen wird, müssen wir ja wohl nicht reden. Zweckmäßig und zielgerichtet. [5/6] Sanomat
Da ich mit Freundschaftserklärungen immer etwas vorsichtiger bin, würde ich die neue My Best Friend-Platte von Daso nicht unbedingt als meinen neuen besten Freund bezeichnen, aber zumindest ne Einladung für meine nächste Geburtstagsparty sollte schon drin sein. Daso scheint ja momentan sowieso einer der Männer der Stunde zu sein und damit die große Aufmerksamkeit um seine Person nicht abreißt, hat er sich seine Kumpels Oliver Koletzki und Skat ins Boot geholt, damit die seinen 2005er-Erstling “Daybreak” remixen. Koletzki geht das Thema erst mal relativ gelassen und deep an, um nach dem ersten Break dann aber eine schmissige Elektro-Disco-Tech-Nummer mit Hand-in-die-Luft-Faktor zu machen. Geht schon mal steil, Skat hingegen verschnipselt die Elemente des Originals und bleibt ein ganzes Stück minimaler, was aber letztendlich auch sehr rockt. Gut, wenn man solche Freunde hat. [5/6] Sanomat
“Make my Day” macht zumindest in der sehr langsamen Original- und schon etwas schnelleren Actress-Version leider nicht meinen Tag, der Lusine Mix ist immerhin so, wie man sich einen typischen Lusine-Mix vorstellt, moody, verspielt aber doch gradlinig und irgendwie schön. Ich hör mir dann lieber den Bonustrack “Snider” an, den man eigentlich nur als supercool bezeichnen kann. Frickelige und doch reduzierte Drumelemente wechseln sich ab mit böse monotonen FM-Synthlines und alle Minuten taucht eine Spieluhr-Melodie auf, die psychisch labile Menschen sicherlich schnellstens in eine Art Paranoia stürzen könnte, aber mich einfach nur fasziniert. [4/6] Sanomat