Auch wenn der Name der Platte erst mal begähnenswürdigen Klicki-Klacki-Simpelsound erwarten lässt, zeigt Newcomer Daniel Mehlhart von Anfang an, dass er musikalisch eine ganz andere Bandbreite zu bieten hat, als viele der gerade so angesagten und leider doch sehr auf Sparflamme kochenden Protagonisten. Die A-Seite ist herrlich düster und erstaunlich deep, doch mein ganz persönlicher Favorit befindet sich auf Seite B. Denn wenngleich die Sonne gerade schon mal probe-vorbeischaut, sind es doch Tracks wie diese, die einen auf nächtlichen Open-Airs unter Brücken und an Seen laut den gemeinhin als Lieblingsjahreszeit bekannten Sommer bejubeln lassen. Hände in die Luft und ab gehts. Gut gemacht, Herr Mehlhart – weiter so! (6/6) Sanomat
Nach Kollaborationen mit Baby Ford oder dem Typen, der sich Gerald nennt mal wieder eine ganz eigene Benno Blome-Platte auf Sender. Auf der mittlerweile 65. Katalognummer gibt es drei Tracks, die sich allesamt positiv aus dem momentanen Minimal-Einheitsbrei abheben und insbesondere der Titeltrack “Braitbendnoodels” sorgt mit toller Bassline, frickeligen Sequenzen und Vocalschnipseln für Stimmung auf dem Dancefloor. Auch die anderen beiden Nummern stehen dem in nichts nach. Kleines Gimmick in diesem Zusammenhang: In der Auslaufrille des Vinyls ist ein kleiner Kochtopf nebst Inschrift “Alle in den Topf!” gezeichnet. So etwas erfreut den aufmerksamen Plattensammler natürlich und mit so viel Sympathiepunkten auf dem Konto muss diese Platte natürlich als empfehlenswert gelten. (5/6) Sanomat
Minilogue lassen ihren Track “Seconds” remixen, der auf dieser 12″ zwar nicht enthalten ist, aber von den Interpretationen der russischen Hoffnung Moonbeam sowie des alten Kölner Lokalpatrioten Gabriel Ananda vertreten wird. Der Moonbeam-Mix macht mich allerdings nicht wirklich an, die Drums sind Standardware, im Hintergrund pluckert irgendein wildgewordener Mini-Hubschraubersound herum und vom eigentlichen Thema bleibt nicht viel. Leider insgesamt doch eher langweilig. Sehr viel sicherer und sauberer kommt der Mix des Herrn Ananda auf Seite B daher. Dieser arbeitet mit angenehm drückenden Drums nach und nach auf das Hauptthema zu und schwebt im Höhepunkt elegant durch den Raum. Schöne Nummer und ganz klar das Kaufargument für diese Platte. (5/6) Sanomat
So lass ich mir das gefallen. Bruno Pronsato weiß einfach, wie man mit relativ einfachen Mitteln eine ausgeklügelte, groovige und angenehm warme Minimal-Nummer aus Ryan Crossons Vorlage “Hopskotch” zaubert. Bei Magdas Remix von “Gotham Road” klickert es erwartungsgemäß wie ganze Armaden von Tropfsteinhöhlen, welche aber immerhin von einem sehr tief wabernden Sub-Bass und einigen fauchenden Athmos aufgefangen werden. Freunde der Materie greifen natürlich zu. (4/6) Sanomat
Drei zeitlos-deepe Nummern beschert uns John Daly mit seiner Sky Dive EP auf Plak Records. Während sich auf der A-Seite ein sanfter Percussion-betonter Groove unter behutsam waberndende Schwebe- und Chordsounds legt, wird die B-Seite von einem kurzen Klangteppich eingeleitet, auf den ein angenehm minimal gehaltener Track namens “Broken Juno” folgt. Dieser hört sich in der Tat ein bisschen so an, als hätte sich der Sequenzer aufgehängt und würde immer wieder das gleiche Pattern spielen, welches zumindest hier und da noch ein wenig moduliert wird. Schöne Nummern, schöne Platte. (6/6) Sanomat
Eine weitere “We Are”-10-Inch von Agaric, mittlerweile ist man bei Ausgabe 8 angelangt. Seite A ist ein sehr angenehmer atmosphärischer Minimal-Track, der neben einer sehr positiv gestimmten Bassmelodie auch den seit Mitte der 90er Jahre nicht mehr gehörten Orgelsound aufleuchten lässt. Erstaunlich deep für die “We Are”-Reihe. Auf Seite B geht es sogar noch reduzierter zu, Skoog verzichtet komplett auf Beatuntermalung und driftet in weite Klangwelten ab und man fragt sich, ob die neue Richtung im Hause We Are Ambient heißt. Da mach ich doch gerne mit – eine wirklich sehr tolle Platte! (6/6) Sanomat
Hmmm. Wo genau der Takt anfängt, kann man bei der A-Seite gar nicht so genau ausmachen. Irgendwie find ich sowas ja ganz reizvoll und durch den schrägen Einsatz von allerlei Drumsounds kann A1 schon mal punkten. Die restlichen drei Tracks sind für das Minimal-Genre auch angenehm ausproduziert, setzen hier allerdings lieber (und nachvollziehbar) auf 4/4-BassDrum. Insbesondere B2 fällt durch seine entspannte, aber doch dicke Bassline-Chord-Kombination sowie das originelle “Ich bin dankbar dafür”-Sample auf und kann, wie eigentlich alle Nummern auf dieser EP, als kleiner Höhepunkt im Set herhalten. Vielseitige und wirklich gute Platte. (6/6) Sanomat
Der Shooshine´s Drift Mix auf A1 ist eine regelrechte Perle deepen Minimal-Technos mit Melodie und Atmosphäre und erreicht im zauberhaften Break sogar fast Song-Status, entscheidet sich gegen Ende dann allerdings doch wieder dazu, ein Track zu sein. Das nachfolgende Original würde ich mal als etwas rudimentärer aber nicht minder reizvoll bezeichnen. Hauptaufhänger ist auch in dieser recht langen Version die an Daft Punk erinnernde Synthie-Gitarre. Auf diese verzichtet schließlich Marcho in seinem B-Seiten-Mix und setzt dagegen Akzente aus minimalen Beats und in weite Hallräume geworfene Klangelemente. Gefällt! (5/6) Sanomat
Hach, diese Sportclubber! Gleich fünf lustige Musikanten finden sich auf dieser 12″ ein, neben den Labelmachern Zeiger und Bartsch dürfen hier auch die Newcomer Mario Aureo, Daniel Solar und Towie ans Werk – wer allerdings Willy ist, wird hier nicht geklärt. Macht aber auch nix, denn während die A-Seite “Reizüberflutung” der Chefs minimal-gemütlich vor sich herpluckert und von einer leider wenig originellen Bass-Synth-Line untermalt wird, legen die drei Jungspunde auf Seite B einen Zahn zu und zeigen reduziert-treibend (Aureo & Solar) und lässig-borattös (Towie, klarer Gewinner der EP), dass auch der Nachwuchs weiß, wo der Frosch die Locken hat. (5/6) Sanomat
Als erste aus einer Reihe von insgesamt drei Remix-EPs zum letztjährig erschienenen D.Diggler-Album Em.Pulse schicken sich Robag Wruhme und Dapayk an, zwei sehr freie Interpretationen der Tracks Axiom (Wruhme) und Graviton (Dapayk) zum besten zu geben. Wruhme zeigt sich dabei so vertrackt wie man ihn schon länger nicht mehr gehört hat, verzichtet komplett auf bassige Untermalungen sondern frickelt frisch fromm fröhlich frei seinen “Belchtrommel Mikks”, den minimale Plattenleger sicherlich mit Freude entgegennehmen werden. Dapayks Remix bleibt schon eher in der Gesamtstimmung des Albums, leicht düster, mit diversen Hall- und Athmo-Samples, gönnt dem ganzen allerdings einen Bumm-Bumm-Tschak-Rhythmus und kann auch mit seiner Version punkten. Demnächst erscheinen außerdem die Remixe von Johannes Heil und Pascal FEOS sowie der Gewinner des vor einem Monat zu Ende gegangenen Remix-Wettbewerbs. 4/6 Sanomat
Ich machs mal ganz kurz, dat is ma wirklich ne geile Platte, wa? Wie schon einige Katalognummern zuvor, der “Storm Warning” von Andre Rozzo, dominieren auch bei der neuen Sebbo auf Trackdown Records die Stabs, und zwar in einer Art und Weise, dass es einem die Schuhe auszieht und der Arsch automatisch anfängt zu wackeln. Der Track fängt zwar recht verhalten an, bleibt eigentlich auch die ganze Zeit über in einem ähnlichen Gusto, wird aber durch die schräge Chord-Kombination einfach zu einem Dancefloor-Killer gepolt, dass es kein Halten mehr gibt. Der Ripperton Mix auf Seite B kann die steile Vorlage des Originals allerdings nicht so ganz verwandeln; die Original-Rhythmik der Stabs ist zwar noch vorhanden, durch eine andere, unauffälligere Soundwahl ist der Mix leider lange nicht mehr so markant wie das Original. Aber Seite A ist n Kracher, da machen wir uns nix vor. A: 6/6 Sanomat
Dub-Techno der angenehmen Sorte. Das Original von Let´s Swing klingt stellenweise ein bisschen wie House-Produktionen der früheren 90er Jahre, trommelt percussionreich und mit vielen Breaks herum und die Chord-Stabs klingen einfach irgendwie nostalgisch. Heute vielleicht sowas wie fortgeschrittene Lounge-Musik. Oracy´s Traktor Beam Dub auf der B-Seite nimmt die teilweise etwas nervösen Elemente zur Seite und beschränkt sich auf das Loopen der Chords, die unterlegt von leichten Flächen hier und da ein bisschen nach Detroit und ins basicchannelisierte Berlin schielen – aber nicht dass wir uns falsch verstehen, der Track klingt sehr easy und alles andere als bemüht, so dass insbesondere die B-Seite zu einem kleinen Tipp wird. Ach ja, und weils tausend mal draufsteht: This Record was mastered by 2000 and One. 4/6 Sanomat
Caffeine ist nüchtern betrachtet eine Minimal-Nummer wie momentan so viele auf dem Trapez-Label (und nicht nur dort), die gängigen Elemente sind alle brav versammelt und tun ihren Dienst. Was “Caffeine” allerdings von der breiten Masse abhebt, ist die aus 808-Toms (korrigiert mich bitte, wenns nicht stimmt) zusammengesetzte, mehrstimmige und außergewöhnlich groovige Stab-Melodie, die selbst mich als Mensch mit mittlerweile ziemlich ausgeleierten Ohren noch hellhörig macht. Der Track funktioniert einfach wie ne eins und befindet sich sicherlich schon in diversesten Cases der Welt. Auch “Rush Hour” auf Seite B ist angenehm knackig und geht nach vorne, so dass ich hier guten Gewissens eine Empfehlung aussprechen kann. 5/6 Sanomat
Stephan Bodzin ist wirklich ein Meister des Build-Ups. Wie so viele seiner Tracks beginnt auch Daytona Beach recht einfach, wagt sich dann aber nach und nach immer weiter vor und lässt gegen Ende das Monster so richtig von der Leine. Rave-Bürsten Galore! Seite B ist dagegen ein sehr schön ruhiger, aber doch subtil schiebender Melodie-Track im besten Border Community-Style und hätte sich als A Seite auf ebendiesem Label bestimmt zu einer gefragten Nummer entwickelt. Sehr empfehlenswerte Platte, aber das muss ich ja eigentlich gar nicht mehr sagen. Bodzin-Platten sollte man ja mittlerweile eigentlich blind kaufen können. 6/6 Sanomat
Extrawelt sind ja eine Kapelle, die ähnlich wie Minilogue den Absprung von der etwas stehengebliebenen Trance- in die grundsolide Technowelt geschafft haben und seit ihren ersten Veröffentlichungen auf Cocoon oder auch Border Community höchstes Ansehen genießen. Dabei machen die beiden Jungs gar nicht so viel anders als vorher auch schon, das Tempo wurde insgesamt etwas gedrosselt, die Melodien freundlicher und das Arrangement etwas entschlackt, doch insbesondere der HiHat-Programmierung merkt man Raabe und Schaffhausen an, dass sie sich alles in allem doch treu geblieben sind und nicht plötzlich auf die Minimal-Schiene aufspringen, weil es gerade so angesagt ist. Von den zwei Nummern “Schmedding” und “8000″ kann insbesondere letzterer sehr gefallen, dieser bleibt zwar ziemlich gradlinig, nimmt sich aber ausgiebig Zeit für seine einschmeichelnde Melodie, die so manchen in diesen kalten Wintermonaten warm halten mag. Schön im Quadrat. 5/6 Sanomat
Im aufwändigen Lackcover und durchsichtigem Vinyl präsentiert sich die neue Andy Vaz-EP “Way Back When”. Und so außergewöhnlich und schick sie vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag, so unspektakulär sind letztendlich die drei Tracks, die hier sehr verhalten durchlaufen und einfach wenig Überraschungen bieten. Okayes Futter für minimale Tanzabende, die Nachhaltigkeit dieser EP steht aber auf einem ganz anderen Blatt Papier geschrieben. [3/6] Sanomat
Plicker-placker-plucker-tropf-tropf. Grundsätzlich wirklich nichts Aufregendes, sobald allerdings die pulsierende Monsterbassline einsetzt werden aber natürlich wieder alle ordentlich an die Wand gedrückt. Im Break bleibt sogar noch Platz für eine kleine zerbrechliche Melodie. Siehste, doch gar nicht so schlecht. Auf Seite B bekommt der geneigte Konsument einen Agaric-Remix des Tracks “Animal” quasi dazugeliefert, der erwartungsgemäß auf dem Level seiner “We Are”-Veröffentlichungen bleibt. Ob man das nun begrüßen mag oder nicht darf jeder für sich selbst entscheiden, ich hab zwar schon weit aufregendere Platten gehört, gebe aber mal [4/6] Sanomat
Gefällige Minimal-Nummer, die in erster Linie von ihren deepen Chords lebt, die mich irgendwie an ältere Kanzleramt-Releases erinnern. Erst düstere, dann seidige Synths auf 808-Drums – passt doch! Der Remix auf Seite B drückt durch seine konkrete Bass Drum noch ein Stück mehr, behält aber das Original-Thema bei. Und auch “Drifting” bleibt im ähnlichen Gusto, analog pluckernde Drums, etwas Synth, fertig. Durchaus in Ordnung. [4/6] Sanomat
Nachdem die letzte Etui-12″, die auch schon von Insect und Matschiste kam, auf allerlei offene Ohren und zufriedene Rezensoren gestoßen ist, dachten sich die beiden Dresdner: na, dann machen wir doch gleich noch eine! Und gerade bei einem Nachfolger, der so ein schwieriges Erbe antritt, hört man doch ein bisschen genauer hin, aber was soll ich sagen – auch diesmal wird wenig falsch gemacht, im Gegenteil: die drei Versionen, von denen sich die erste anfangs sogar ein bisschen nach International Pony und später nach (bitte verzeiht, aber so isses) Captain Hollywood anhört, treffen mal wieder meinen Geschmack und den berühmten Nagel auf den Kopf und dürften so für viele euphorische Harmoniemomente auf Dancefloor und Heimanlage sorgen. Noch so eine 12″ und ich empfehle den Blindkauf. [6/6] Sanomat
Dass die Presseinfo Gui Boratto zu Kompakts “Lieblings-Brasilianer” gradiert, kann man angesichts dieser neuen 12″ auf K2 eindeutig nachvollziehen. Zwar wurden hier wieder mal “nur” zwei Tracks ins schwarze Vinyl gepresst, aber auch diese haben schon das Zeug, die Playlists der nächsten Monate zu dominieren. “Gate 7″ ist ein ungemein positiv gestimmter und melodiöser Minimaltrack, der nicht nur die mittlerweile zum Standard gehörenden 808-Toms pluckern lässt, sondern auch einer kleinen Melodie, die das groovige Gesamtarrangement trägt, ordentlich Platz einräumt. Auf Seite B besinnt sich Boratto seiner Techno-Wurzeln und bleibt für seine Verhältnisse zwar überraschend, aber doch angenehm monoton. Produzent der Stunde macht eine weitere Platte der Stunde würd ich mal sagen. [6/6] Sanomat