Mjam! Knackig, knackig, was Gui Boratto hier aus den Rillen verlautbaren lässt. Sehr druckvolle und auch 1 a arrangierte Gute-Laune-Nummern des brasilianischen Producers, die diese Saison auf jeden Fall noch öfter zu hören sein werden. Speziell der Titeltrack “Beluga” hat es mir irgendwie angetan, der nicht nur tolle Harmonien und Basslines parat hat, sondern durch gelungene Melodie-Motive schon fast etwas Hymnenhaftes in sich birgt. Fein gemacht. (6/6) Sanomat
Thugfucker haben sich durch ihr letztes, doch etwas cheesy anmutendes Release “The Dance” anscheinend etwas Kohle zur Seite legen können, so dass sie jetzt die erste Nummer auf eigenem Label veröffentlichen können. Diese schlägt einen sehr offensichtlichen 80er-Weg ein, was mich eher weniger interessiert, da zu oft gehört und von meinen Ohren schon automatisch ignoriert wird. Gott sei Dank gibts aber noch den Prudo Remix, der das Original sehr frei interpretiert und daraus einen funktionellen und streckenweise sogar fast euphorisierenden Track abliefert. Als Bonus gibts noch eine Variation des Originals, die aber ähnlich belanglos wie der Haupttrack ist. Für den Remix gibts aber immerhin (4/6) Sanomat
Als Minimal Funk House klassifiziert der Waschzettel die neue Platte von James Flavour und trifft damit den Nagel auf den Kopf. “Da Ride” auf Seite A ist ein prima Arschwackel-Track, der durch seine housigen Synth-Elemente und die schunkeligen Drums nicht nur die Lounge hellhörig macht. Der Dance-DJ wird sich aber wohl eher für den Jimpster Remix auf der Flipside entscheiden, dieser packt noch ne Ladung Funk mit drauf und rhythmisiert das Original-Thema etwas Floor-kompatibler. Schicke Nummer. Und auch der letzte Track namens “Raise The Roof” kann noch mal einiges. Dieser behält die Tanzbarkeit und die Chords des Remixes bei und wird sicherlich für die ein oder andere Schweißperle sorgen. (5/6) Zamboni
Alle paar Jahre scheinen immer mal wieder ein paar Leute der Meinung zu sein, irgendwelche Musik-erklär-Tracks produzieren zu müssen. “How To Dance” von den Bingoboys ging ja noch irgendwie, an den Music Instructor erinnere ich mich allerdings nur noch mit Grausen. Einen ähnlich debilen Text wie letzterer liefern Thugfucker auf “The Dance”, Zeilen wie “Let your hips move, left and right” usw. sprechen für sich. Zu alledem sind auf dem Backcover sämtliche Tanzschritte in bester Macarena-Manier aufgezeichnet, damit auch jeder weiß, was zu tun ist. Ich spar mir dazu mal den Kommentar. Der Track selbst ist hingegen ganz nett, wenn eben nur der beknackte Text nicht wäre… Diesen greift dann leider auch noch Mr. Negative in seinem, sogar ziemlich rockenden Remix auf und zieht somit das intellektuelle Niveau auf dem Floor ziemlich runter. Hoffen wir mal, die Crowd hört nicht so genau hin, denn insbesondere der Remix taugt prinzipiell bestens für die Peaktime. (4/6) Sanomat
Haaaaach, schön. Teil drei der Single-Reihe aus dem Ende April erscheinenden Voom-Voom-Album “Peng Peng”. Und wieder mal ein wunderschönes Release. Der Titeltrack “Best Friend” wackelt sehr angenehm mit dem Hintern, sehr soulful wird das ganze durch akzentuierte Fender-Rhodes-Piano-Licks und tolle Falsett-Vocals, die an beste Disco-Zeiten anknüpfen. Doch auch die B-Seite kann punkten. “Oggi” hält eine verspielte Melodie parat, die zwar ab und an von seltsamem orientalischen Gesang durchbrochen wird, aber dadurch nicht wesentlich abfällt. Der dritte Track im Bunde wird dann durch seinen gebrochenen Beat noch mal richtig funky, lässt Vocoderstimmen singen, löst sich gegen Ende immer weiter auf und endet schließlich im Nichts. Erneut ein toller Teaser auf das kommende Album, das sicherlich ein ganz heißer Tipp für 2006 sein wird. (6/6) Sanomat
Wer auch immer hinter dieser one-sided 12″ steht, die zudem auch noch komplett in weißem Vinyl kommt, hat seine Sache wirklich gut gemacht und ich kann mir gar nicht vorstellen, warum der Urheber seinen Namen nicht preisgeben mag. Musikalisch gibts jedenfalls einen erste-Sahne Electro TechHouse-Track, der sich hinter den aktuellen Produktionen eines Herrn Trentemöller nicht wirklich verstecken muss. Lässige Drums gehen einher mit lustig verspielten Melodien und zirpenden Effektsounds, dazu gibts ne Vocoder-Hookline, die dem Track zusätzlich Markanz verleiht. Wird sich auf dem Dancefloor mit Sicherheit etablieren. Schick! (5/6) Sanomat
Gibt es überhaupt irgendjemanden, der The Death From Above aka DFA nicht irgendwie super findet? Wenn jemand in den letzten Jahren spannende Aspekte in die Verbindung von elektronischer und Rockmusik gebracht hat, dann doch wohl Tim Goldsworthy und James Murphy. Und dies ist ja nicht nur in ihren eigenen Produktionen passiert, sondern auch in der Vielzahl der handverlesenen Remixes des Duos (die sich im übrigen auch nicht zu schade sind, Anfragen von Britney Spears oder Janet Jackson mit einer kackfrechen Selbstverständlichkeit abzulehnen – der Pressetext bringt es auf den Punkt: Just don´t call them “cool”… or they will laugh in your face at the ricidulousness of it all). “Remixes Chapter One” beinhaltet jedenfalls eine absolute Sahne-Auswahl der DFA-Bearbeitungen von Künstlern wie Le Tigre, Blues Explosion, den Gorillaz oder Metro Area, den meisten wahrscheinlich ohnehin bekannt, jetzt aber quasi auf einen Blick, um sich damit gepflegt den Kopf zu bürsten. Respekt, meine Herren, erstaunliche Musik gleichermaßen für den elektronisch orientierten Clubber wie für alternative Indierocker. Massives Paket. [6/6] Sanomat
Die Italiener Eclat & Prudo sind zwar nicht unbedingt die ersten, die Textzeilen wie “I wanna jack the Box” benutzen, das macht aber angesichts ihres drum herum gebastelten Tracks “Freeland” überhaupt nichts, denn hier gehts oberfunky zur Sache und schon der Original Mix trifft voll ins Schwarze. Keine leichte Aufgabe für die beiden Remixer Freestyle Man und Superjuno also, um da noch mal einen draufzusetzen, doch auch ihre beiden Versionen sind absolute Garanten für eine gefüllte Tanzfläche im Club. Knackig, knarzig, housig und mit einem subtilen Schuss Oldschool-Vibes ist jeder einzelne Mix für sich eine absoluter Killer, der einen Höhepunkt in jedem Set darstellt. Sehr solide und sehr gut. [6/6] Sanomat
Mir als Super-Mario-Fanboy der allerersten Stunde ging aufgrund des Titels natürlich erst mal ein riesiges vorfreudiges Lächeln über die Lippen, was allerdings beim Hören der Platte recht schnell wieder verflog, handelt es sich nämlich bei “Nintendo Remixed” nicht etwa um Neubearbeitungen der alten 8-Bit-Klänge, sondern um ganz normale Remixe des Tracks “Nintendo”, den Alexander Robotnick vor einiger Zeit veröffentlicht hat und der wohl irgendwie an mir vorbeigegangen ist. Die Remixe jedenfalls reichen von durchaus-in-Ordnung bis das-geb-ich-mir-jetzt-echt-nicht. Insgesamt kommen die Tracks einfach viel zu aufgesetzt und auch überladen daher und insbesondere der ober-dämliche Text (”You can play me like Nintendoooo!” / “Do you think that I´m your Game Boy?”) zieht den teils noch ganz passablen Schnitt in Richtung Fußboden. Nee nee nee, nix für mich. [2/6] Sanomat
Geradezu schelmische Basslines und darauf liegende herrlich schräge Melodie-Sounds machen “No One To Care For” zu einer absoluten Gute-Laune-Nummer. Lediglich die zwar irgendwie mächtigen, aber trotzdem etwas an den Nerven zerrenden Vocals in der Originalversion sehe zumindest ich als gewisses Manko. Glücklicherweise gibts einen Rinochet Dub Mix auf der Rückseite, der die Komplexität der A-Seite etwas reduziert, aber trotzdem oder gerade deshalb eine Punktlandung auf dem Dancefloor schafft. Über den Bonus-Track “Gotahavejor Love” hüllen wir mal den Mantel des Schweigens – der Gewinner der Platte bleibt eindeutig der Dub Mix. [5/6] Sanomat
Nach drei Jahren intensiver Remixarbeit meldet sich Joakim mit “I Wish You Were Gone” zurück. Das ist zwar kein wirklich frommer Wunsch, aber immerhin der thematische Rahmen, in dem sich die zwei Mixe bewegen. Der Vocal Mix legt dann auch gleich Song-Qualitäten allererster Güte an den Tag, die mich komischerweise an alte NDW-Evergreens a la Ideal erinnern, auch wenn diese Analogie wohl eher unwahrscheinlich ist, aber rumpelndes Schlagzeug, scharfe Gitarrenakkorde und verfremdete Vocals tun ihr übriges. Der Dub-Mix auf Seite B klingt dagegen ein bisschen nach einem LCD Soundsystem-Remix von “Popcorn”. Besonders zu erwähnen wäre übrigens auch das Artwork, auf dem Joakim höchstpersönlich ein ausgesprochen albern-hässliches Monster, das ebenso einer endlosen Schulstunde entsprungen sein könnte, aufs Cover gebracht hat. [4/6] Sanomat
Sasse sitzt im Studio und hört sich schon zum zehnten Mal den Mixdown seines neuesten Tracks an, welcher durchaus das Zeug zu einem kleinen Hit hat, ist er doch gespickt mit schicken Metro-Area-Beats, breiten Italo-affinen Flächen und rollenden Synthi-Bässen, für die ein Herr Moroder seine Großmutter zumindest vermietet hätte. Plötzlich geht die Tür auf, Sasses Freund Kiki kommt rein und sagt: he Sasse, ich hab nen Text geschrieben, “Loosing Touch” heißt der, der passt genau auf Deinen Track, hör mal zu! Und so fängt Kiki an, seinen Text ins Mikrofon zu stöhnen, während Sasse daneben sitzt und nicht genau weiß, was er jetzt sagen soll. Und während sich der übereifrige Kiki angesichts der “tollen Kollaboration” wohlig durch die Haare fährt, denkt sich Sasse schließlich: na okay, Kiki ist immerhin mein Kumpel, machen wir das eben. Aber meinen Instrumentaltrack packen wir auch mit drauf. – Gut so, sagt der Musikredakteur und vergibt zumindest für das Instrumental [6/6] Sanomat
Premiere! Das erste Release auf dem neuen Label King Brain - und um gleich mal auf Nummer Sicher zu gehen, gibt’s ne Coverversion des Originals von In Deep. Fab For machen ihre Sache aber sehr gut und legen nen funky Discotrack auf den Teller. Auch die Remixes können auf voller Linie überzeugen und lassen die Erwartungen auf weitere Releases steigen. Ausgesprochen schick. [5/6]
Ja, was funkelt denn da so zwischen den ganzen Platten auf dem Stapel? Das kann ja nur die neue Jamiroquai-Maxi „Feel So Good“ mit super Glitzer-Glamour-Cover. Sehr aufwendig und sehr schön. Was auf der Platte dann zu hören ist, ist erwartungsgemäß angenehmer Jamiroquai-Style, diesmal sehr housig und tanzbar. Für ausreichend Remixes sorgen dann noch Knee Deep; wenig Überraschungen, trotzdem solides Zeug. [4/6]
Finnland ist ohne Frage ein Land, dem die Welt viele großartige Dinge verdankt. Man denke da nur an die Sauna, das skispringende Multitalent Matti Nykänen oder auch eine der beliebtesten Spirituosen überhaupt: den Wodka. Manche Wodkasorten taugen lobenswerterweise nicht nur zum Trinken, wie uns beispielsweise Finlandia Vodka beweist, denn die findigen Finnen haben kürzlich die Veranstaltungsreihe „Finlandia Vodka Fresh Styles“ ins Leben gerufen, bei der in speziell gestalteten Clubnächten verschiedene finnische Elektro- und Dance-Acts die Bandbreite der finnischen Clubkultur präsentieren sollen. Den Anfang zu dieser Reihe macht das 14köpfige Elektro-Jazz-Kollektiv Nuspirit Helsinki, das in letzter Zeit vermehrt durch hochkarätige Produktionen in bester Kruder & Dorfmeister- oder 4Hero-Tradition auf sich aufmerksam gemacht hat. Auf insgesamt vier Konzerten werden ab Dezember DJ Ender und seine Mannen ihre eingängige Mischung aus NuJazz, Ambient, Dub und NuSoul dem deutschen Publikum präsentieren. Als Vorgeschmack auf die Tour liefert Ender heute schon ein wunderbar gemixtes Album, das das musikalische Spektrum von Nuspirit Helsinki zeigt. Verrauchte Live-Jazz-Arrangements, melodische Nu-Soul-Grooves oder düstere, sanft gebrochene Beats, dazu Housebeats oder brasilianische Sounds. Tolle CD. Da gibt´s gar keine Diskussionen. 6/6